Indonesien wird sich aus der Organisation Erdöl exportierender Staaten
(OPEC) zurückziehen. Das kündigte Energieminister Purnomo Yusgiantoro in der Hauptstadt Jakarta an. Der einzige südostasiatische OPEC-Staat ist mittlerweile vom Exporteur zum Nettoimporteur von Öl geworden. Die eigenen Ölfelder sind zudem weitgehend erschöpft.
Indonesien erwägt bereits seit drei Jahren den Abschied aus dem Ölförderkartell. Die OPEC-Mitgliedschaft bestand seit dem Jahre 1962. Derzeit importiert das Land rund ein Drittel des eigenen Rohölbedarfs. Die heimische Förderung liegt derzeit 49 Prozent unter der Höchstmenge, die im Jahre 1977 erreicht wurde. Durch Konflikte mit dem in der Förderung engagierten Konzern Exxon Mobil Corp. wurden Investitionen in die Infrastruktur und in die Förderung der Ölreserven vernachlässigt. Einer Bloomberg- Schätzung zufolge war die Förderung in Indonesien im Februar 2004 unter eine Million
Barrel pro Tag gefallen.
Stattdessen subventioniert der Staat derzeit die Preise für Dieselkraftstoff und Benzin, um den Preis stabil zu halten. Im laufenden Jahr könnten diese Subventionen 13 Mrd. Dollar übersteigen. Mit dem Austritt aus der OPEC spart Indonesien zwei Mill.
Euro Mitgliedsgebühren, sagte der Energieminister.
"Indonesien passt nicht mehr in die OPEC, denn das Land ist zum Nettoimporteur geworden", sagte Energieanalyst Julian Lee vom Centre for Global Energy Studies in London. Das Kartell werde durch diesen Abschied nicht die Fähigkeit verlieren, mehr Öl in den Markt zu geben, falls es das für notwendig hält. Die Mitgliedsstaaten der OPEC fördern derzeit mehr als 40 Prozent des Weltverbrauchs. Im vergangenen Monat betrug die tägliche Produktion 29,74 Mill. Barrel. Am 22. Mai hatte der Ölpreis in New York bei 135,09 Dollar einen Rekordstand erreicht.
(Bloomberg)