"Wir haben einen Coup gelandet. Jetzt müssen wir beweisen, dass wir die Erwartungen erfüllen können." Drei Monate ist es her, seit der 24-jährige Tiroler Karlheinz Toni und seine beiden Mitstreiter Tom Whitfield und Richard Schreiber den Businessplan-Wettbewerb der Uni Oxford nicht nur gewonnen, sondern glatt auf den Kopf gestellt haben. Denn eigentlich hätte der Sieger lediglich ein Preisgeld von 5000 Pfund bekommen - sie aber räumten einen Blanko-Scheck der Investoren über 100 Mio.
Euro ab. Das WirschaftsBlatt hat sich erkundigt, was denn Toni seitdem so vorwärtsgebracht hat.
Toughe Verhandlungen mit Geldgebern
Tonis erste Amtshandlung war die Anstellung eines Chefs: "Unser Hausverstand reicht nicht aus. Also haben wir uns jemanden geholt, der die Richtung vorgibt. Unsere Idee ist zu gut, um ins erste Fettnäpfchen zu treten." Angst, das Geld in den Sand zu setzen, hat er nicht. "Dann fangen wir wieder von vorn an. Wir sammeln jetzt so viele Erfahrungen, die mehr wert sind als 100 Millionen." Dass er so schnell Geldgeber gefunden hat, schiebt der Tiroler auf das gründungsfreudige englische Pflaster. "Für eine gute Idee, die ein bisschen entwickelt ist, gibt es schon Geld. In
Deutschland und
Österreich ist die Idee allein zu wenig. Da will man etwas Herzeigbares haben." Die Vertragsverhandlungen mit den Geldgebern waren "hart bis sehr hart. Ich habe noch nie mit Leuten gedealt, die Millionen schwer sind", erzählt er dem WirtschaftsBlatt. Auch eine eigene Firma hat Toni bereits gegründet. Diese sammelt nur Ideen. Stolze 2000 Ideen hat er schon im Pool: "Man wird von uns hören!"
Die Idee
Die Idee war so einfach wie genial. Die Plattform www.design-the-time.com soll Menschen die Möglichkeit bieten, die eigene Identität oder Geschichte in Zusammenhang mit der Geschichte von anderen Leuten zu setzen. Die Menschen sollen auf der Internetplattform ihre Schicksale teilen können. Mit dieser Idee nahm Toni zusammen mit zwei Bayern an dem Ideenwettbewerb "Idea Idol" der Oxford University teil - und gewann. Eigentlich hätte dem Trio damit die Summe von 5.000 britische Pfund (7.422 Euro) gewunken. Weil die Idee jedoch derart eingeschlagen war, beschlossen die Geldgeber, den Gewinnern "whatever it takes" (so viel wie nötig ist) zur Verfügung zu stellen. Nötig waren offenbar 100 Millionen Dollar (75,6 Mio. Euro). Dem nicht genug: Die Investoren halten grosse Stücke auf das "Welttagebuch" der drei Jungunternehmer. Schon in einem Jahr soll die Plattform laut Prognose eine Milliarde Dollar (756 Mio. Euro) Wert sein.