Der österreichische Kapellmeister und Komponist Carl de Groof ist tot. Er starb am Donnerstag (18.1.) im Alter von 83 Jahren in Javea in Spanien, wo er seit rund 30 Jahren lebte, wie ein Freund des Toten am Samstag der APA mitteilte. Der gebürtige Wiener war u.a. Gründer des Österreichisches Rundfunk-Tanzorchesters, musikalischer Begleiter von Heinz Conrads sowie Dirigent der Wiener Sängerknaben.
De Groof wurde am 3. Dezember 1923 als Karl Krof in
Wien geboren. Von 1947 bis 1948 war er Kapellmeister bei den Wiener Sängerknaben. 1953 gründete er das "Symphonische Jazzorchester der RAVAG" (später Österreichisches Rundfunk-Tanzorchester), das bis in die 60er Jahre existierte. Einem breiten Publikum war de Groof als langjähriger musikalischer Begleiter des Rundfunk- und Fernsehlieblings Heinz Conrads bekannt, in dessen Sonntagmorgensendung "Was gibt es Neues?" er auch am Klavier saß.
Mit seinem Orchester Carl de Groof nahm der Musiker auch eine Reihe von Schallplatten mit Wiener Liedern und Heurigenmusik auf. Zu seinen Filmkompositionen zählen unter anderem die Musik zu Helmut Käutners Nachkriegsklassiker "Die letzte Brücke" (1954), zu Rolf Thieles "Lulu" (1962), Georg Tresslers "Der Weibsteufel" (1966) und der Fernseh-Serie "Der alte Richter" (1969) mit Paul Hörbiger.
Eine Erkrankung an multipler Sklerose zwang de Groof schließlich, sich aus dem Berufsleben zurück zu ziehen. Er zog nach
Spanien, um im südlichen Klima das Fortschreiten der Krankheit einzubremsen, wie sein Freund der APA mitteilte. "Über seinen Beruf hat er nicht mehr gern gesprochen, ich denke, er hat nicht verwunden, dass er ihn aufgeben musste."