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10.05.2006

Welche Erfahrungen hat das Netzwerk mit Übergaben?

Olivier de Richoufftz (Bild), Vorstand des Familiy Business Network International in Lausanne zeigt auf welche Faktoren das Weitergeben einer Firma von einer Generation zur nächsten beeinflussen
(c)



Wenn eine Generation an die andere abgibt drängt sich als erstes die Frage auf ob verkauft oder weiter gemacht wird. Laut Olivier de Richoufftz wird diese Entscheidung zu 20 Prozent von betriebswirtschaftlichen Fakten und zu 80 Prozent aus persönlichen Gründen entschieden. Entscheidet man sich für die Weiterführung wird in Firmen, die bereits über mehrere Generationen im Besitz der Familie sind, das Management von den Personen ausgeführt, die auch die Eigentümer sind.

Ein Blick in die USA zeigt, dass rund 40 Prozent der Familienunternehmen in den kommenden fünf Jahren übergeben werden. 55 Prozent haben noch keinen Nachfolger. Jene, die sich bereits Gedanken über die Nachfolge gemacht haben, entschieden sich rund 85 Prozent für ein Familienmitglied.

Das Profil der Übernehmer: Sie sind 40 Jahre alt und haben zu 54 Prozent einen Hochschulabschluss. 34 Prozent der Befragten gaben an, dass der nächste Chef eine Frau sein wird.

In Finnland gibt es Vorschläge eine Kooperationsplattform zwischen öffentlichen Stellen und Familienbetrieben einzurichten. So eine Stelle könnte als Experte in Sachen Übergabe von Betrieben fungieren und auch aktuelle Strömungen zu überwachen. Weiters ist ein Informationsnetzwerk angedacht, dass sich speziell um Themen kümmert, die für Familienbetriebe relevant sind. Auch Schulungen im Bereich Unternehmensführung und eine vermehrte Forschungstätigkeit im Bereich Familienbetriebe könnten das Angebot einer neu geschaffenen Plattform abrunden.

In Deutschland hat, laut Richoufftz, die Wirtschaftskammer einen Service-Stelle eingerichtet bei der Familien in Sachen Übergabe Beratungen bekommen. Anwälte, Steuerberater und ähnliche Dienstleister sind in einem Haus gebündelt anzutreffen.

In den Niederlanden haben sich Firmen in Zusammenarbeit mit einer Bank und einem Steuerberatungsbüro zusammengetan und eine Servicestelle für Firmenübergaben gegründet. Unternehmen bekommen dort Hilfe in Form von Workshops, persönlichen Beratungsgesprächen. Ziel ist es für Familienbetriebe wichtige Themen zu sensibilisieren und die Ressourcen verschiedener Stellen zu kombinieren.

(tom)

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