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10.05.2006

Das Familienvermögen ist eine Herausforderung

"Vermögen zu bewahren ist vielleicht einfacher als es aufzubauen. Dennoch wird die Herausforderung des Vermögenserhalts von wohlhabenden Familien oft verkannt und unterschätzt", sagt Karl Auersperg (Bild), Vizepräsident der JPMorgan Private Bank.
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Eine von JPMorgan durchgeführte Untersuchung der - laut Forbes-Liste - 400 reichsten Amerikaner hat gezeigt, dass über den Zeitraum von 21 Jahren lediglich 15 Prozent ihren Platz auf dieser Liste halten konnten.

Einige Familien glauben, dass sie vor Risken, die ihr Vermögen schmälern, gefeit sind. Andere wiederum nehmen an, dass sie in der Lage sind, rechtzeitig auf unerwartete Ereignisse zu reagieren, ihre Eigentumsstrukturen abzusichern oder anzupassen. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass dieser Optimismus trügerisch ist.

Um das Familienvermögen zu sichern, müssen Risken in Kauf genommen werden. Daher ist es wichtig, die Risikosituation als Ganzes zu betrachten. "Als Private Bank sind wir bestrebt, wohlhabende Familien bei der Erhaltung ihrer Vermögen zu unterstützen", sagt Auersperg. Im Zuge der 150-jährigen Zusammenarbeit mit vermögenden Privatkunden kennt JPMorgan laut eigenen Angaben die Ziele und Risken, mit denen diese konfrontiert sind. Dabei hat sich gezeigt, dass Familien, die sich ihrer Herausforderungen bewusst sind, grössere Chancen haben, ihr Vermögen über Generationen hinweg zu bewahren.

JPMorgan hat mittels einer Studie acht Hauptrisken für den Verlust des Familienvermögens erkannt:

Vermögenskonzentration: Das "Familiensilber" ist in einem einzigen Bereich gebunden und somit anfällig

Überhöhte Ausgaben: Höchstens vier Prozent des Vermögens darf jährlich ausgegeben werden, um es zu erhalten.

Fremdkapitalaufnahme: Eine übermässige Aufnahme von Fremdkapital macht es einer Familie in wirtschaftlich schlechten Zeiten unmöglich zu handeln.

Steuern: Laufend werden Steuerschlupflöcher geschlossen. Alternativen müssen hinsichtlich ihrer Risken mit Skepsis geprüft werden.

Familiendynamik: Viele Familienvermögen überdauern nicht einmal die dritte Generation – häufig deshalb, weil die Familienmitglieder Mühe haben, ihre Vermögenswerte gemeinsam effizient zu verwalten

Rechtsstreitigkeiten und Diebstahl: Vermögende Familien sind häufig bevorzugte Ziele für Rechtsstreitigkeiten und Diebstahl. Sie sind gerne ein Ziel von Sammelklagen wegen Umweltzerstörung und dergleichen. Ob zu Recht oder Unrecht sei dahingestellt. Eine ebensogrosse Bedrohung stellt Diebstahl dar.

Währungseinflüsse: Lauten die Vermögenswerte einer Familie nicht auf die gleiche Währung wie deren Verbindlichkeiten und Ausgaben, kommen Währungsrisken ins Spiel.

Staatliche Eingriffe: Massnahmen wie radikalte Steuererhöhungen oder Enteignung privater Vermögenswerte können die finanzielle Situation einer Familie grundlegend verändern.


"Weltweit sind Familiengesellschaften tragende Säulen der Wirtschaft und unserer Gesellschaft. Demnach muss die Unterstützung und Förderung dieser Wirtschaftskraft im Vordergrund jeglichen politischen Handelns stehen", sagt Karl Auersperg.

(tom)

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