Jahr für Jahr legen heimische Kreditverbände neue Rekord-Insolvenzstände vor.
Österreich war 2005 mit einem Anstieg der Pleiten in Höhe von 12,8 Prozent sogar trauriger Spitzenreiter in Europa. Eine konstant wachsende Gruppe von Sanierern will helfen, den Flop-Rang loszuwerden.
Niedrige Bewertungen...
Als DER Sanierer schlechthin gilt in Österreich
Erhard Grossnigg. Er hat schon oft bewiesen, dass man auch kränkelnde Firmen wieder zu getunten Boliden machen kann. Aber auch Kapitäne wie
Josef Taus,;
Herbert Liaunig oder
Hannes Androsch haben sinkende Schiffe wieder an die Oberfläche geholt. Dass sich das Sanierungsgeschäft längst als eigener Geschäftszweig etabliert hat, das beweisen die noch jungen - aber immer häufiger in Erscheinung tretenden - Sanierungs
-Fonds, wie beispielsweise IB-Industrie Beteiligungen, Recap Beteiligungs
GmbH oder andere Gesellschaften wie ProRegio oder GEP, die in ihre Portfolios verstärkt Sanierungsfälle untermischen.
"Mit dem Schwerpunkt Restrukturierungen besetzen wir in Österreich eine Marktnische mit enormem Potenzial aber noch wenigen Marktteilnehmern", meint Thomas Hammer von der IB-Industrie Beteiligungen, der mit Guttomat Sektionaltore aktuell ein
Unternehmen im
Depot hat. Dieses Potenzial erkennen aber immer mehr Beteiligungsgesellschaften, so auch ProRegio.
Vorstand Nikolaus Kretz reizen vor allem die niedrigen Bewertungsniveaus dieser Firmen. Bislang wurden im ProRegio
-Portfolio mit HTP und Strasser Optima Steinbau zwei Reorganisationsfälle wieder auf Schiene gebracht. Über weitere Einstiege wird derzeit verhandelt. "Der Markt gibt eine Menge her, speziell aus den Abteilungen der
Banken kommen viele Projekte", so Kretz.
Für seinen noch jungen Sanierungsfonds, den Recap, konnte sich der Linzer Sanierungs-Experte
Anton Stumpf bislang 35 Mio.
Euro, vor allem von Institutionellen und Privatstiftungen sichern. Das Investoren-Interesse ist hoch, eine weitere Aufstockung ist laut
Gesellschafter Fred Duswald nicht ausgeschlossen. Noch heuer sollen vielleicht zwei Sanierungsfälle ins Depot kommen, dabei will man sich nicht nur in Österreich, sondern auch in
Deutschland umsehen. Anders als im "typischen" Private Equity-Geschäft sei hier der Zyklus aber kürzer. "Eine Sanierung muss schnell greifen und dann nachhaltig sein. Wir rechnen damit, die Unternehmen nach etwa drei Jahren wieder zu verkaufen", so Duswald.
Weitere Player kündigen sich an: Laut einer Umfrage der Venture Woche stehen mehr als die Hälfte der heimischen VCs-Restrukturierungsfällen offen gegenüber. Einige, wie beispielsweise die GEP, haben ihr Sanierungstalent bereits bewiesen.
Aus der Venture Woche KW 17
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