Immer mehr deutsche Firmen eröffnen Niederlassungen in Österreich, zunehmend berichten deutsche Medien über diese Entwicklung. Grund für diesen Trend seinen bessere Finanzierungsbedingungen und steuerliche Anreize. Die Münchner Boulevardzeitung "tz" zitiert beispielsweise Klaus Schröter, der mit seinem Biotec-
Unternehmen "Nanoident" 2005 nach Österreich gewechselt sei. Lange Zeit habe er versucht seine Firma in Deutschland zu gründen, jedoch seien dort die Bedingungen zu schlecht gewesen. In Österreich bekam er hingegen vom Staat einen siebenstelligen Zuschuss für die Forschung. Laut Zeitungsberichten wechseln heuer mehr deutsche Firmen nach Österreich als je zuvor. In den ersten beiden Monaten stiegen die Fälle um 41 Prozent auf 446. Die meisten davon gründen allerdings eine Niederlassung, nur wenige planen einen kompletten Umzug. Vorteile die für Österreich sprechen, sind beispielsweise die Körperschaftssteuer, die deutlich unter jener Deutschlands liege, die niedrigeren Löhne, der schwächere Kündigungsschutz, die schlankere Bürokratie und die kürzeren Genehmigungszeiten. Einem Bericht der "Welt" zufolge, stehen momentan 151 Unternehmen aus Deutschland in Verhandlungen. Nach Angaben des Chefs der österreichischen Betriebsansiedlungsagentur Austrian Business Agency (ABA), Rene Siegl, sei die klassische Kundschaft der Mittelstand. Der steuerliche Anreiz sei den Deutschen am wichtigsten, so Siegl. In Österreich sei es über die Gruppenbesteuerung möglich, Verluste ausländischer Tochterunternehmen zu verrechnen. Deutschland verlange dagegen zusätzlich den Solidaritätszuschlag und im Durchschnitt zwölf Prozent Gewerbesteuer. (kaba)