Österreichs 200 000 Familienunternehmer sind der wichtigste Arbeitgeber im Lande und auch die verlässlichsten Steuerzahler. Politische Dankbarkeit in Form eines besonderen Einsatzes der im Parlament vertretenen Parteien für Familienbetriebe gibt es dafür offenbar nicht, wenn man sich die Gemütslage der Familienunternehmer ansieht. Auf die Frage "Wie stark setzen sich PolitikerInnen Ihrer Meinung nach für Familienunternehmen ein?" ergibt sich ja folgendes Bild: Null-Prozent der Befragten sind der Meinung, dass sich zum Beispiel die Wirtschaftssprecherin der Grünen, Michaela Sburny, stark für Familienbetriebe einsetzt. Bescheiden fallen auch die Werte für Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider aus: Er punktet nur bei 11 Prozent er Befragten. Unterboten wird das aber noch durch den Bundesprecher der Grünen, Alexander Van der Bellen, der es nur auf acht Prozent Zustimmung bringt.
SPÖ-Parteichef Alfred Gusenbauer muss sich mit sieben Prozent begnügen. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache liegt mit einer Zustimmung von fünf Prozent knapp vor SPÖ-Wirtschaftssprecher Johann Moser und SPÖ-Budgetsprecher Christoph Matznetter, die es jeweils auf vier Prozent bringen. Ex-FPÖ-Abgeordneter Max Hofmann hält ebenfalls bei vier Prozent, ebenso BZÖ-Finanzsprecher Josef Bucher.
Positive Ausnahmen sind Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl. Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, Wirtschaftsmminister Martin Bartenstein und Finanzminister Karl-Heinz Grasser. Von Leitl meinen immerhin 70 Prozent der von Karmasin Motivforschung befragten Familienunternehmer, dass er sich stark für Familienunternehmen einsetzt. Auf 50 Prozent Zustimmung bringen es jeweils Kanzler Schüssel, Wirtschaftsminister Bartenstein und Finanzminister Grasser. Schon deutlich abgeschlagen ist hingegen Vizekanzler Hubert Gorbach: Bescheidene 23 Prozent der Befragten meinen, dass er sich stark für Familienunternehmen einsetzt. Das zeigt nur allzu deutlicch, wie sehr sich Österreichs Familienunternehmer von den politischen Entscheidungsträgern im Parlament vernachlässigt fühlen. Höchste Zeit, dass sich das ändert.