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10.03.2006

Familienunternehmen fühlen sich von Parteien vernachlässigt

Von Erwin J. Frasl


Erschreckende wirtschaftspolitische Defizite offenbart die jüngste Studie von Karmasin Motivforschung im Auftrag des WirtschaftsBlatts. Im Wahljahr 2006 hat das Marktforschungsinstitut Karmasin Motivforschung im Auftrag des WirtschaftsBlatts ja erstmals in Österreich die politische Bewertung von Parteien und Politikern durch Familienunternehmer untersucht. Immerhin sind 200.000 der insgesamt 251.000 Unternehmen in Österreich Familienbetriebe. Im Zeitraum 3. Februar bis 24. Februar 2006 wurden von Karmasin Motivforschung 300 telefonische Einzelinterviews durchgeführt. Befragt wurden dabei Haupteigentümer von Unternehmen, die sich mindestens zu 15 Prozent im Eigentum einer Familie oder einer familienorientierten Stiftung befinden und wo die Familie Einfluss auf die Bestellung der Geschäftsführung oder des Vorstandes oder den Vorsitzenden des Aufsichtsrates hat. Erfasst wurden dabei Unternehmen mit mindestens 50 Mitarbeitern und mindestens 6,25 Millionen Euro Umsatz. Wie wichtig diese Studie im Auftrag des WirtschaftsBlatts ist, zeigdie Studienergebnisse.

Auf die Fragen "Von welcher Partei fühlen Sie sich als Familienunternehmer am besten unterstützt?" bzw. "Von welchen Parteien fühlt man sich mit seinen Bedürfnissen als Familienunternehmen am besten verstanden?" sehen sich immerhin 55 Prozent der befragten Familienunternehmen am besten von der ÖVP unterstützt. Sogar 62 Prozent glauben sich mit ihren Bedürfnissen als Familienunternehmen von der ÖVP am besten verstanden. Ebenso auffällig ist aber, dass sich laut Umfrage 42 Prozent "von keiner Partei als Familienunternehmer unterstützt fühlen. 35 Prozent glauben sich von keiner Partei in ihren Bedürfnissen als Familienunternehmen verstanden".

Nur zwei Prozent der Befragten sehen sich von der SPÖ als Familienunternehmer am besten unterstützt. Sechs Prozent glauben sich von der SPÖ in ihren Bedürfnissen als Familienunternehmen am besten verstanden. Gleich schlecht sind die Werte von FPÖ und Grünen: Von ihnen fühlt sich gar keiner der Befragten als Familienunternehmer unterstützt und nur zwei Prozent sehen sich von der FPÖ bzw. den Grünen am besten verstanden. Ähnlich die Werte des BZÖ: Keiner der Befragten fühlt sich vom BZÖ unterstützt und nur drei Prozent vom BZÖ verstanden. Eine traurige Bilanz, wenn man bedenkt, dass Österreichs Wirtschaft zu 80 Prozent aus Familienunternehmen besteht.


 

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