WirtschaftsBlatt. Die derzeitige Situation sieht so aus, dass
Unternehmen die relativ relativ stabil waren heute zum Verkauf anstehen. Und es spielen sich Fusionen am laufenden Band ab. Ein Grund daür ist, dass die Tendenz zur Globalisierung ungebrochen ist. Betriebe kaufen aber auch zu um gerade in einem globalisierten Markt an Technologie zu kommen, die sie ansonsten selbst aufbauen müssten. Aber auch der Wunsch zur Marktbereinigung kann zu Unternehmensübernahmen führen, in diesem Fall werden einfach Konkurrenten gekauft.
Blickt man nach Deutschland so sind es vor allem Investoren die derzeit mittelständige aber auch Grossbetriebe aufkaufen, da diese gewisse Kennzahlen erreichen müssen. Eine Taktik, die nicht nur Freunde unter den Wirtschaftstreibenden hat und speziell von den KMU kritisch betrachtet wird. Strategische Investoren haben einerseits die Marktkenntniss, strategische Interessen, locken mit finanztechnischen Synergien und weisen intelligente Finanzierungsmodelle auf.
Ein Transaktionsablauf teilt sich in Vorbereitung, Pre
Due Diligence, Transaktionsphase und Umsetzungsphase. "Wichtig ist, dass man emotionsfrei an den Kauf eines Unternehmens herangeht", sagt Elisabeth Hackl, Leiterin Strukturierte Finanzierungen der Investkredit Bank
AG. Denn es gilt den objektiven Wert des Betriebs zu ermitteln, das gekauft werden soll.
Wird ein Familienbetrieb verkauft sollte im Vorfeld auch eroiert werden, was man ausser dem Unternehmenswert noch bieten kann. Den Mehrwert aufzuzeigen, den andere Unternehmen nicht haben ist gefragt.
Bei der
Finanzierung soll die Ertragskraft beider Unternehmen (nach der Fusion) herangezogen werden. Wird die Finanzierung über die
Bilanz des kaufenden Betriebs geführt, liegt aber auch sofort eine risikomässiger
Verbund der beiden Betriebe vor.
Eine andere Möglichkeit des Kaufs ist die Gründung einer Zwischenholding, sagt Elisabeth Hackl. Die gegründete Gesellschaft wird mit
Eigenkapital für den Kauf ausgestattet. Das Risiko des erwerbenden Unternehmens ist somit auf das eingesetzte Eigenkapital beschränkt.
Ziel muss es sein, dass durch einen Unternehmenskauf in beiden Unternehmen eine optimale Kapitalstruktur erreicht wird. Eine Finanzierungsstruktur, die nicht gewährleisten kann, dass das Unternehmen die Schulden zurückführen kann, gefährdet die Überlebensfähigkeit beider Unternehmen, gibt Hackl zu bedenken.
Beim Kauf eines Unternehmens kommt es grundsätzlich auf einen guten Mix aus Eigen- und
Fremdkapital an. Die Auswahl des Kapitalmix hängt stark von der Bilanzstruktur des kaufenden und es zu kaufenden Unternehmens ab. Bei den atypischen fremdkapital Instrumenten kommen unbesicherte Akquisitionskredite, Mezzaninkapital sowie klassische Instrumente der Kreditfinanzierung in Frage. Abschliessend erwähnte Elisabeth Hackl, dass die Kunst der Akquisitionsfinanzierung darin besteht, den Mix der Finanzierungs-Instrumente so zu wählen, dass das kaufende Unternehmen seine Zins- und Tilgunsverpflichtungen auch bei mittleren Unternehmensentwicklungen nachkommen kann.