WirtschaftsBlatt. Die Forderungsverbriefung ist auch für KMU interessant. Matthias Neumüller, Projektleiter Asset
Securitisation bei der Investkredit Bank
AG, ging bei der WirtschaftsBlatt-Konferenz über die Finanzierungsmöglichkeiten für Familienbetriebe, auf die Asset Backed Securities - ABS (Forderungsverbriefung) ein.
Grundsätzlich gestaltet sich die Forderungsverbriefung so, dass Forderungen an eine Zweckgesellschaft verkauft werden. Diese refinanziert den Forderungserwerb durch die
Emission von Wertpapieren, die durch die angekauften Forderungen gedeckt sind. Die Verbriefung ist demnach dem Factoring nicht ganz unähnlich.
Die Forderungsverbriefung ist den Kapitalmarkt-Finanzierungsmöglichkeiten zuzuordnen. Denn von einem klassisch definierten Kreditgeber - der Hausbank - geht man zu einer Finanzierungsform über bei der man den Kreditgeber gar nicht kennt.
Die Forderungen müssen eine Kapitalmarktreife erlangen. Das
Portfolio ist so zu organisieren, dass eine Refinanzierung durch den
Wertpapier-Emittenten möglich ist, sprich kein
Rating schlechter als vom Emittenten gefordert gegeben wird.
Die Vorteile der Forderungsverbriefung sind zweierlei: Zum einen wird eine Rahmenvereinbahrung geschlossen, die nach 5-7 Jahren abläuft und danach verlängert werden kann, zum andern stellen Asset Backed Securities eine langfristig zugesagte Betriebsmittelfinanzierung dar. Weiters ist es ein Kapitalmarktzugang ohne ein externes Unternehmensrating durchführen zu müssen, auch die Imagewirkung durch die Erlangung der Kapitalmarktreife im Zuge der Forderungsverbriefung ist zu bedenken. Und das
Unternehmen ist unabhängiger von kreditgebenden
Banken, denn die Forderungen gehen pünktlich monatlich ein (langfristige Finanzierungszusage für das Umlaufvermögen). Es ist auch ein flexibles Finanzierungsinstrument für Wachstum und Expansion.
In Deutschland sind BMW oder DaimlerChrysler ABS-Finanzierer. Da die Forderungsverbriefung eine gewisse
Bonität voraussetzt, wird auch das Image des Unternehmens gestärkt.
Hat sich ein Betrieb für ABS entschieden kommen Einmalkosten für die Strukturierung, für das Rating und Anwaltskosten auf das Unternehmen zu. Die laufenden Kosten kommen durch die Refinanzierung der Wertpapiere und einen Aufschlag, der insbesondere Bereitstellungsgebühren für Liquiditätsfazilität, die programmweite Bonitätsstützung und Verwaltungskosten abdeckt.
Eine Forderungsverbriefung zahlt sich ab einem Forderungsvolumen von 15 Millionen
Euro aus.