Im neuen Airbus A380, der heute in Toulouse erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wird, wird auch eine Palette österreichischer Hochtechnologie zum Einsatz kommen. Der österreichische Beitrag wird von Andreas Geisler, Experte der ASA Austrian Space Agency, auf rund 1 Millarde
Euro für den ersten Produktionszyklus geschätzt. Während dieser ersten Produktionsphase sollen bis 2020 rund 600 A380-Flugzeuge produziert werden. Die Gesamtentwicklung des A380 kostete rund 12 Millarden Euro, das Dreifache des gesamten österreichischen Forschungsbudgets, so der ASA-Experte.
Wertmässig der grösste Teil des heimischen Beitrages entfällt auf das oberösterreichische Hightech
-Unternehmen Fischer Advanced Composite Components
AG (FACC): Gesamtauftragswert zwischen 720 und 900 Millionen Euro, schätzt Geisler. FACC entwickelt und liefert wesentliche Strukturbauteile für Rumpf und Flügel. 60 Millionen Euro hat FACC investiert, 80 Ingenieure sind seit 2002 mit diesen Arbeiten beschäftigt.
Für eine A380 werden bei voll angelaufener Serienfertigung im Jahr 2005 Hunderte einzelner Bauteile mit einem Gesamtwert von 1,3 Millionen Euro - Bauanteil am Flugzeug rund 1 Prozent - von FACC aus Ried kommen. Ab 2005 werden durchschnittlich 200 Mitarbeiter über die nächsten 20 Jahre in dem Projekt beschäftigt sein. FACC beschäftigt auch einige österreichische Unterauftragnehmer wie etwa Westcam und HTP.
Böhler Schmiedetechnik
GmbH & Co KG, Kapfenberg, ist am Airbus A380 an den Systemen Seitenleitwerk, Pylon, Triebwerksaufhängung, Flügel, Landeklappensystem und Fahrwerk beteiligt. Ihre Kernkompentenz liegt in der Warmformgebung von hochfesten Legierungen auf Stahl-, Nickel- und Titanbasis.
AMAG Rolling, Ranshofen, ist ein weiterer Leichtmetall-Lieferant für den A380. Geliefert werden Aluminiumbleche für die GLARE-Rumpfschalen. Bei Glare handelt es sich um eine von fünf neuen Technologien, die erstmals im A380 gesetzt werden.
Wild Austria, Völkermarkt in
Kärnten, ist in den Bereichen technische Optik, Medizintechnik und Halbleiterindustrie tätig und liefert für den A380 mechanische Präzisionsteile für die Landeklappenträger.
Die Wiener
TTTech Computertechnik AG wurde von der Frankfurter Nord-Micro mit der Erstellung des internen Kommunikationssystems für das Airbus A380 Kabinendrucksystem beauftragt. Das Kommunikationssystem basiert auf TTTechs innovativem Time-Triggered Protocol, eine ausgereifte, preisgünstige Netzwerklösung für sicherheitskritische Anwendungen.
Isovolta (Wiener Neudorf) stellt dekorative Folien für den Flugzeuginnenausbau der A380 her. Der A380 wird das erste Passagierflugzeug sein, in dem Elektrolumineszenzfolien eingesetzt werden. Die niederösterreichische Test-Fuchs wurde bei der Entwicklung von verschiedenen Prüfsystemen eingebunden.
Die Linzer Hitzinger liefert mobile Stromversorgungseinrichtungen. Auch die Linzer
MCE Stahl- und Maschinenbau GmbH ist am Bau beteiligt. Sie bekam 2002 den
Auftrag über Planung, Fertigung und Montage einer Vorrichtung für den Zusammenbau der oberen Halbschalen des Rumpfes am Standort Hamburg. Derzeit werden weitere Bühnenwerke für die Ausstattungsmontage errichtet.
Frequentis hat das Sprachkommunikations- und Informationssystem geliefert.