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17.09.2004 11:08
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Mondo geht vor Bauern in die Knie

Die Lockartikel-Politik des Handels ist den Bauern ein Dorn im Auge - die Landwirte protestieren, AMA setzt auf Marketing
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WirtschaftsBlatt. Im Kampf um höhere Produzentenpreise ist der neu gegründeten Interessensgemeinschaft der österreichischen Milch- und Grünlandbauern (IG) ein beachtlicher Erfolg gegen den mächtigen Rewe Austria-Konzern gelungen: Weil dessen Tochter Mondo/Penny Butter der Eigenmarke "Heidi" zum Dumpingpreis von 59 Cent für 250 g angeboten hatte, drohte die AG gross angelegte Protestaktionen mit Traktoren, Kühen und Transparenten an. Worauf der Rewe-Konzern, der derzeit auch wegen seiner Tochter Billa ins Gerede gekommen ist, einlenkte und die Billig-Butter-Aktion mit Anfang dieser Woche einstellte.

Unfairer Wettbewerb

"Wir sind nicht bereit hinzunehmen, dass Lebensmittel als Lockartikel verwendet und so die Produzenten einem unfairen Wettbewerb unterworfen werden", kritisiert IG-Sprecher Ewald Grünzweil. Um landwirtschaftliche Vielfalt und naturverbundene Wirtschaftsweise zu erhalten, dürften bei sensiblen Produkten Mindestpreise nicht unterschritten werden. "Bei Butter liegt dieser bei 99 Cent, der auch bei Grossmengen oder Neueröffnungen eingehalten werden muss", sagt Grünzweil, hebt jedoch die Konsensbereitsschaft von Mondo/Penny positiv hervor.

Fehlende Einnahmen

Die Billig-Butter-Importe durch den Handel seien ein echtes Problem für die Landwirte. Grünzweil: "Wenn Rewe jährlich 5000 Tonnen "Heidi"-Butter aus Belgien importiert, heisst das, dass in Österreich 110 Millionen Liter Milch weniger verarbeitet werden und die Einnahmen den Bauern entgehen."

Tatsächlich sind die Importe seit EU-Beitritt 1995 beharrlich gestiegen (siehe Grafik). Nachdem der Butter-Absatz auch auf Grund verstärkten Gesundheitsbewusstseins leicht rückläufig ist, versucht jetzt die AMA mit Qualitäts- und Innovations-Wettbewerben für österreichische Produkte gegenzusteuern.

Für Berglandmilch-Chef Josef Braunshofer, der ebenso wie die Landfrisch-Molkerei gestern zum Sieger des AMA- Butter-Cups gekürt wurde, ist das auch der einzige Weg, den Billig-Importen und den vielen Handelsmarken Paroli zu bieten: "Wir müssen alles dransetzen, die Konsumenten von österreichischer Qualität zu überzeugen."
 
Günter Fritz
 


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