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05.02.2013 15:59
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KPN erlebt größten Kurssturz der Unternehmensgeschichte

Der niederländische Telekomkonzern KPN muss wegen schrumpfender Geschäfte und hoher Investitionen in sein Netz Milliarden an frischem Geld hereinholen - die Investoren strafen das Unternehmen ab

© Bloomberg
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Geplant sei eine Kapitalerhöhung im Volumen von vier Mrd. Euro, teilte die E-Plus-Mutter am Dienstag mit. Die Emission müsse noch von den Anteilseignern - unter anderem von Großaktionär Carlos Slim, der in Österreich neben der ÖIAG bestimmender Aktionär bei der Telekom Austria ist - abgesegnet werden. "Um unsere Strategie voranzutreiben und KPN für künftiges Wachstum zu positionieren, müssen wir unsere Bilanz stärken", sagte Konzernchef Eelco Blok.

Ende 2012 stand KPN mit zwölf Mrd. Euro in der Kreide - mit der Kapitalspritze soll der Schuldenberg Richtung acht Mrd. Euro sinken. Anleger reagierten schockiert: Die Titel des Ex-Monopolisten brachen an der Amsterdamer Börse in der Spitze um 25 Prozent auf 3,07 Euro ein - der größte Kurssturz der Unternehmensgeschichte auf den tiefsten Stand seit elfeinhalb Jahren. An der Börse ist der Konzern nun noch knapp sechs Mrd. Euro wert.

Mit den Geschäften auf den drei Hauptmärkten Niederlande, Belgien und Deutschland ging es im vergangenen Jahr abwärts. Wegen der trüben Wirtschaftsaussichten hätten viele Privatkunden und Firmen ihr Geld zusammengehalten, während der Wettbewerb im Mobilfunkmarkt härter geworden sei, sagte Blok. Der Jahresüberschuss sei deshalb um 55 Prozent auf 691 Mio. Euro eingebrochen - im vierten Quartal schlug sogar ein Fehlbetrag von 160 Mio. Euro zu Buche. Der Jahresumsatz sank um 3,5 Prozent auf 12,7 Mrd. Euro. Einen Finanzausblick für das Jahr gibt das Unternehmen nicht. Einzige Aussage ist, das die Geschäfte auf dem Heimatmarkt sich 2014 stabilisieren sollten.

KPN hat bereits eine Reihe von Geschäftsteilen verkauft, um seine Schulden zu reduzieren - unter anderem seine Funkmasten. Auch die Dividende wurde bereits gekürzt - unter anderem, um hohe Investitionen in neue Funklizenzen zu finanzieren. Da das allein nicht reichte, zapft KPN nun noch die Kapitalmärkte an. Ein weiterer wichtiger Grund: KPN will mit dem Schritt die skeptischen Ratingagenturen beruhigen, die damit drohen, die Kreditnote des Unternehmens noch weiter zu senken. Derzeit haben sowohl Moody's als auch Standard & Poor's KPN gerade noch als "investitionswürdig" eingestuft, allerdings mit negativer Tendenz. Das sogenannte Investment-Grade ist wichtig, da viele Großanleger wie Pensionsfonds nur in Firmen mit einem solchen Rating investieren dürfen.

Im vergangenen Jahr hatte der mexikanische Telekom-Milliardär Slim mit seinem Konzern America Movil einen Anteil von 28 Prozent an KPN erworben - zu einem Preis von rund acht Euro je Aktie. Frei von Spannungen war der Einstieg nicht: Die Niederländer wollten den ungebetenen Investor abschütteln. Geplant war eine Fusion der hochprofitablen Deutschland-Tochter E-Plus mit dem Markt-Vierten O2. Ohne die Deutschland-Tochter wäre der Konzern für Slim weniger attraktiv gewesen, hoffte KPN, doch platzten die Pläne im Juni. Bereits in den Jahren zuvor hatten die beiden Mobilfunker ab und zu über eine Zusammenschluss gesprochen. Logik dahinter: Allein durch eine Zusammenschaltung der Netze könnte Milliarden gespart werden.

Doch auch bei der bisherigen Cash Cow E-Plus war das Geschäft zuletzt schwierig: Das Betriebsergebnis (Ebitda) sank 2012 um 4,7 Prozent auf 1,29 Mrd. Euro. Zu Buche schlugen vor allem die Kosten für die Vermarktung von Pauschaltarifen und der Neustart der Marke Base, mit der sich Deutschlands drittgrößter Mobilfunker an besonders preissensible Handynutzer wendet. Dank der Werbeoffensive stieg die Kundenzahl im vergangenen Jahr um 680.000. Damit telefonieren 23,4 Millionen Deutsche mit E-Plus.
 
APA/STG
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