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01.02.2013 16:37
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Raiffeisen: Alles ist relativ

von Harald Fercher

© WB
 MEINUNG 7    ALLES ZUR AKTIE     ANALYSEN 
 
Mehr als sechs Prozent Minus - einen solchen Abschlag hat die Raiffeisen Bank Aktie schon lange nicht mehr gesehen. Die heftige Kurseruption von heute folgte der überraschenden ad-Hoc-Mitteilung vom Donnerstagabend, in der die Bank den ersten Quartalsverlust seit dem Börsegang 2005 eingestehen musste. Der Jahresüberschuss werde trotzdem über 700 Millionen Euro liegen, aber unter jenem des Vorjahres.

Seltsam aber war: am gleichen Tag, allerdings frühmorgens, meldete die Deutsche Bank einen Nettoverlust von 2,2 Milliarden Euro im Schlussquartal. Durch diesen Megaverlust schrumpft das Jahresergebnis auf einen Gewinn von 700 Millionen Euro (!). Auf gut deutsch: Der deutsche Riese, immerhin eine der größten Banken der Welt, kommt auf den gleichen, wenn nicht gar weniger Gewinn als die RBI.

Und wie hat die Aktie der Deutschen Bank auf den Megaverlust reagiert? Das Wertpapier gewann 2,85 Prozent dazu. Manch einer mag das damit begründen, dass die Deutsche Bank ihre Bilanzen aufräumt um gestärkt in die Zukunft zu starten. So wurde extra vermerkt, dass die Deutsche Bank bei der Kapitalausstattung einen großen Schritt voran gekommen ist. Ende 2012 lag die harte Kernkapitalquote (Core Tier 1) bei acht Prozent, Ende März sollen es dann bereits 8,5 Prozent sein. Allein als Begründung für die gänzlich unterschiedliche Reaktion der Anleger – bei der Deutschen ein Plus, bei Raiffeisen ein Kurssturz – reicht das nicht aus, denn die RBI wies Ende 2011 eine Core Tier 1 Ratio von 9,0 % aus. Also deutlich besser als die Deutsche Bank ein Jahr später.

OK, mag sein, dass die RBI-Aktie auch ihrer starken Performance im Vorjahr Tribut zollen musste. Immerhin hat sie seit Beginn 2012 ein Plus von 47,48 % erzielt, während die Deutsche Bank im selben Zeitraum 26,27 % dazu gewann. Derzeit liegen beide übrigens knapp unter (DB) bzw. minimal oberhalb ihres jeweiligen Kurszieles (RBI).

Möglicherweise liegt es aber auch an der unterschiedlichen Art wie die beiden Banken ihre negative Nachricht unters Anlegerpublikum gebracht haben. Während die Deutsche Bank frühmorgens die Nachricht absetzte, so dass für die Bosse genügend Zeit blieb um ausführliche Stellungnahmen und Erklärungen abzugeben, was sie auch tatsächlich taten, kam die Nachricht der RBI nach Börseschluss. Der Unterschied: Die Deutsche Bank kommunizierte offensiv, bei der RBI war die Kommunikationsstrategie wie bei vielen anderen Unternehmen auch, die sich im Fall schlechter Nachrichten gerne ins stille Winkerl zurückziehen, defensiv ausgelegt. Ob das dazu dient den Kapitalmarkt zu beruhigen?

Sei es wie es sei, diese defensive Kommunikationsstrategie war sicher nicht der beste Weg, aber letztlich ist alles relativ. Wenn die Raiffeisen den gleichen Gewinn erzielt wie die Deutsche Bank, so ist das ja nicht unbedingt ein miserables Zeichen, oder?
 

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Postings zu diesem Artikel

stcorona
11726 Postings
seit 2009-04-22
> ein zweischneidiges Schwert2013-02-01 22:13:58


Äpfel mit Birnen vergleichen - OK

Falls entgangen hat die DB ca. 3 Milliarden Rückstellungen für die Aufarbeitung der Vorfälle um diese Skandalbank erbracht.
Weiters führen starke Hände den Kurs der DB, ohne um zu dieser Nachtzeit nachzuforschen, taraue ich mir aus dem Kopf geschöpft zu sagen , dass die DB allein in einer einiziegen Auktion mehr Stücke verzuockt, als die RBI den ganzen Tag. Als alter Recherchierer weiß ich noch Tage wo die DB mehr Stücke über den Tisch der Börse schob, als die R B I das ganze Jahr.
Weiters notiert die DB in der obersten Liga dem DAX und das heißt was. Der ATX ist kein Index, das ist ein Unterligahobby-Verein für Pesionisten.
Ich habe auch schon 3000 Stück bei der RBI in der ersten Stunde um 10 Uhr gesehen. Das ist das Durchschnittsvolumen bei der DB in einem Handel.

In Wien sitzen verzweifelte market maker, die ihren job hassen, nichts verdienen und verzweifelt versuchen die Kurse liquid zu halten. Wenn keine Gebote da sind muss der MM runterhandeln bis zu einem Punkt der Liquidität, auch wenn dann dieser Weg geprägt ist von SL Wellen. So kommen unmögliche Kurse zusammen. In der DB, die sich trotz Zahlen in einem Aufwärtstrend befindet gibt es starke Hände die die offensive, wenn auch teilweise am Rande der Kriminalität dahinschrammende Bank stützen.
Die RBI verkörpert ein Geschäftsmodell, vergleichbar mit dem biederen Aussehen ihres CEO - das an einen alten Komponisten aus der Biedermaierzeit erinnert. Dagegen war der Ackermann als Ursus zu bezeichnen, ein ausgekochtes Schlitzohr.
Eine Raiffeisen mit Bundesländer und Lagerhausstrukturen kann gut mit Schweinebäuchen, Paletten Baustoffe oder Heizöl handeln, in die große weite Welt hinaus sich aufzumachench dazu in den harten Ostblock noch dazu, bleibt der DB vorbehalten. So eine Bauerntruppe hat halt keine starken Hände die auf den Kurs aufpassen, außer da sind mal Profis zu Anlässen in Wien von US Investmentbanken, die den Kurs aufmischen und dann satt mit Gewinn wieder abrauschen. Was zurückbleibt sind die empty bagholder !

So eine darstellung sieht doch ganz anders aus oder ? realistischer !
DB ist eben DB

voitsberger
1530 Postings
seit 2007-11-21


kompliment corona! genau so schauts aus bei uns in entenhausen.

die deutsche bank macht einen milliardenverlust und steigt im kurs. die giebelkreuzler machen einen gewinn von satten 700 millionen und der kurs stürzt um über 7% ins bodenlose.

österreich eben. ein kleines beschissenes land am ende der welt!

big_mac
7852 Postings
seit 2008-08-03


hat die Deutsche Bank auch steigende Kreditausfälle als Grund für den Verlust genannt ? Da ist von den Sumsis gleich eine Gewinnwarnung für eine unbestimmte Zukunft mitverpackt.
Dazu hat die RBI eine komische Aktionärsstruktur, mit einem ca. 80% Aktionär, der sicher nur zum Wohle des Streubesitzes agieren wird.

hobbyanalyse
2157 Postings
seit 2012-06-08


Ich glaube dass es ex post betrachtet bei der DB auch darum rauf ging, weil kommuniziert wurde, dass keine Kapitalerhöhung notwendig sei, um die Basel-Kriterien zu erreichen, während über der RBI noch immer ein solches Damoklesschwert hängt.

stcorona
11726 Postings
seit 2009-04-22


@ Hobby...sehe ich anders, da

1) die DB noch 3 Mo vor ihrer letzten KE ebenso dementierte (2010auf11) und dann trotzdem eine beagb (12 Milliarden, was kein Lapperl ist)
2) die RBI würde eine machen, wenn der Kurs es erlaubt, ich denke keinesfalls vor Kurs 36-40.

3) Die RBI griff 2011 (als das KE-Theater erstmals aufkam mit entsprechenden Kursrückgängen) beim LTRO 1 mit lächerlichen 500 Mill. zu und beim LTRO 2 Mo später GAR NICHT.
Die RBI hat vergleichsweise 8 mal soviel aufgesaugt.(4,2 Milld)

4) Die RBI ist durch die Vernetzung mit der Mutter sicher nicht
und nie in irgendeiner Gefahr und eine KE betrachte ich eher als Modesache und nicht wie bei allen anderen Banken in Europa als bittere Notwendigkeit.

5) Dass die KE Karte andauernd ausgespielt wird halt ich als eine Alibihandlung von retails, weil ihnen nichts anderes auf die Schnelle einfällt. Die RBO ist kaum KE abhängig durch die Strukturen in die sie eingebettet ist.

6) Der Kurs ist zwar gefallen, die RBI als reine Tagesgeschäfts
und seriöse Kreditbank kann man keinesfalls mit einer DB vergleichen, die eine schwere Gewichtung auf Investmentbanking besitzt, die diese mit zum Äußersten betreibt.

Da sind Welten dazwischen.

hobbyanalyse
2157 Postings
seit 2012-06-08


Danke für die Auflistung dieser 6 Punkte, lesen sich logisch

stcorona
11726 Postings
seit 2009-04-22


eigentlich steht da in 3) ein Blödsinn drin - nämlich:

"Die RBI hat vergleichsweise 8 mal soviel aufgesaugt.(4,2 Milld)"

stelle richtig - da war die EBS mit 4,2 Milld gemeint, sorry.

bei 5) ja das O liegt neben dem I auf der Tastatur- daher RBI statt RBO

ach Gott, man sollte sich durchlesen was man schreibt!



* Am Erscheinungstag des Artikels werden bei Artikelabruf die von der Wiener Börse übermittelten Kurse real-time angezeigt. Alle anderen Kursinformationsquellen auf www.boerse-express.com (Archiv-Artikel, Charts, Matrix, Kurslisten) weisen die übliche Verzögerung von rund 15 Minuten auf. Alle Kursangaben ohne Gewähr.
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