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24.01.2013 08:00
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„2013, ein schwieriges Jahr für sichere Häfen wie Franken und Gold“

Philippe Ferreira, SocGen-Stratege und verantwortlich für die globale Asset Allocation, über seine Vorliebe für Eurozone-Aktien, welche Faktoren die Märkte 2013 bestimmen und warum safe havens nicht mehr so gefragt sind.
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Börse Express: Warum glauben Sie, dass Investoren in den nächsten drei bis fünf Jahren die Eurozone stärker im Portfolio gewichten sollten als bisher?

Philippe Ferreira: Mit EZB-Chef Draghis Äusserungen im Vorjahr, „alles Erforderliche zu tun, um den Euro zu retten“ und den Aufkäufen von Anleihen maroder Staaten, begannen die Anleger wieder langsam ihr Vertrauen in die Eurozone zurückzugewinnen. Wir sind daher seit dem Sommer 2012 der Eurozone gegenüber positiv gestimmt.

Börse Express: Sind Sie es auch weiterhin?

Philippe Ferreira: Ja, dieses Jahr wird ein gutes Jahr für Risiko-Assets, vor allemfür Aktien der Eurozone.Denn der Bewertungsunterschied zwischen ihnen und US-Aktien ist so gross, dass Eurozone-Aktien viel aufzuholen haben, vor allem solche der Banken.

Börse Express:Ist ein gutes Jahr für Risiko-Assets ein schlechtes für safe havens?

Philippe Ferreira: Ja, das ist die Kehrseite der Medaille. Wir reden hier von einer Normalisierung der Lage an den Finanzmärkten und das bedeutet, dass die inzwischen teuren sicheren Häfen wie deutsche Bundesanleihen oder US-Treasurys in den nächsten Jahren darunter leidenmüssen. Deren Renditen werden stufenweise ansteigen.

Börse Express: Welche Faktoren werden die Märkte bestimmen?

Philippe Ferreira: Was wir 2013 sehen, ist ein Bruch der bisherigen Korrelationen. 2011 und 2012 gab es risk-on- und risk-off-Bewegungen. Während der Risikophasen stiegen Aktien, Bonds und der Ölpreis gleichermassen. Die Märkte waren viel mehr makrogetrieben als jetzt. In diesem Jahr werden wieder mehr und mehr die Ergebnisse der Unternehmen ausschlaggebend für Kursbewegungen sein. Die Makroebene und die politischen Faktoren werden in den Hintergrund treten.



Börse Express: Was bedeutet das für safe haven-Währungen wie den Schweizer Franken?

Philippe Ferreira: Der Franken hat sich bereits abgeschwächt und das wird bis zu einem gewissen Grad auch noch weitergehen. Denn die Anleger werden sich weniger als bisher in den Franken flüchten, auch wegen der Negativzinsen. Aber unsere Modelle und der riesige Leistungsbilanzüberschuss der Schweiz sagen uns, dass der Franken unterbewertet ist. Daher wird der Franken langfristig, sagen wir auf Sicht von fünf Jahren, wieder aufwerten.

Börse Express: Und wie sieht es beim Yen aus?

Philippe Ferreira: Die japanische Währung hat vor allem wegen der neuen Regierung und ihrer positiven Einstellung zur weiteren Lockerung der Geld- und Fiskalpolitik so stark an Wert verloren. Man ist dort bereit, noch viel mehr zu tun als bisher. Und es stellt sich die Frage: Wo ist die Grenze der monetären Stimuli - im Hinblick auf das Ausmass der Bilanz der Zentralbank? Immerhin nimmt sie bereits 30 Prozent des japanischen BIPs ein. Übrigens, bei der Fed sind es 25 Prozent und bei der SNB noch viel mehr. Aber offensichtlich kann man derzeit unbegrenzt Geld drucken - und das ohne inflationären Druck zu erzeugen. Was aber wird längerfristig aus der Glaubwürdigkeit der Zentralbanken? Wenn die nicht mehr gegeben ist, dann entsteht Chaos.

Börse Express: Gehen wir noch zu den Emerging Markets über, speziell zu China. Welche Märkte profitieren am meisten von ihrer prognostizierten Erholung dort?

Philippe Ferreira: n den letzten Jahren konnten wir einen starken Zusammenhang zwischen Basismetallen und den chinesischen zyklischen Indikatoren feststellen. Vor kurzem hat China wieder ein Konjunkturstimulierungspaket geschnürt, das vor allem Infrastruktur- Sektoren wie den Eisenbahnen helfen soll. Das wird sich auch wieder positiv auf die Kurse der Basismetalle auswirken, vor allem auf Aluminium. Dort ist der Preis unter die Grenzkosten der Produktion gesunken, also wird das Angebot zurückgehen und die Nachfrage anwachsen.

Börse Express: Letzte Frage:Was ist mit Edelmetallen, insbesondere Gold?

Philippe Ferreira: Die Bewegungen des Goldpreises hingen in der Vergangenheit vor allem mit dem Quantitative Easing (QE) der Fed zusammen. Der grösste negative Aspekt für Gold ist das wahrscheinliche Ende dieses QE-Programms 2013. Dazu kommt, dass Indien die Zölle auf Goldimporte anhebt. Während kurzfristig noch Anstiege aufgrund der japanischen Geldpolitik möglich sind, sehe ich in einem Jahr daher einen flachen, vielleicht sogar niedrigeren Goldpreis.

 

 
cg
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