Der
Immofinanz-Strafprozess startet heute Dienstag am Landesgericht in Wien. Auf der Anklagebank sitzen Ex-Immofinanz-Chef
Karl Petrikovics, seine früheren Vorstandskollegen
Norbert Gertner und
Christian Thornton, der damalige stellvertretende Aufsichtsratschef der Constantia Privatbank,
Helmut Schwager, sowie der Treuhänder
Ernst Hable. Die Vorwürfe lauten auf Untreue und auf "Bildung einer kriminellen Vereinigung", die Strafdrohung liegt bei bis zu zehn Jahren Haft.
Richterin Claudia Moravec-Loidolt hat die Hauptverhandlung für neun Prozesstage bis 20. Februar angesetzt. Staatsanwalt Volker Sackmann stützt die Anklage auf ein Gutachten des Sachverständigen Gerhard Altenberger. Unter den geladenen 19 Zeugen sind Turnauer-Erbin
Christine de Castelbajac, früher Eigentümerin der Constantia Privatbank, Ex
-Wienerberger-Chef
Erhard Schaschl, Ex-CA-Generaldirektor Guido Schmidt-Chiari und der ehemalige Aufsichtsratschef der Constantia Privatbank, Prinz Michael von und zu Liechtenstein.
Es geht um Aktienoptionsgeschäfte, mit denen sich die früheren Immofinanz-Manager laut Anklage ohne Zustimmung des Aufsichtsrats auf Kosten des Unternehmens bereichert haben sollen. Die Angeklagten bestreiten die Vorwürfe. Die Causa wurde aus dem gesamten Immofinanz-Komplex, in dem es um den Vorwurf von Anlagebetrug geht, herausgelöst und wird nun separat verhandelt. Bis zu einer allfälligen rechtskräftigen Verurteilung gilt für alle Angeklagten die Unschuldsvermutung.