„Wir gehen davon aus, dass sich die Spitzenrendite Wiener Büroobjekte per Ende 2013 weiter leicht nach unten entwickeln und bei rund 4,95 Prozent landen wird“, erklärt Andreas Ridder, Geschäftsführer von CBRE Österreich, anlässlich einer Pressekonferenz über den Immobilienmarkt Österreich. Bereits 2012 sind die Renditen um 0,2 Prozentpunkte auf 5,0 Prozent gesunken. Der Investmentmarkt wurde von österreichischen Investoren dominiert – auch wenn der Anteil von 69 Prozent im Jahr 2011 auf rund 55 Prozent zurückkam. Sehr aktiv sind deutsche Anleger (rund 30 Prozent) aller Investments. Insgesamt wurde im vergangenen Jahr in Österreich 1,8 Milliarden Euro (plus 5,8 Prozent) in Immobilien investiert. Heuer sollen sich die Investitionen ungefähr auf dem 2012er-Niveau einpendeln.
Deutlich optimistischer sieht da das Ergebnis von
Ernst &
Young aus. Sie veröffentlichten vergangene Woche eine Studie, in der 70 Prozent der Befragten von einem heuer weiter steigenden Transaktionsvolumen ausgehen.
Auf ein weiter steigende Transaktionen setzt auch die
CA Immo. Sie gab am Donnerstag bekannt, dass verstärkt fertige Objekte veräußert werden sollen, um so die Eigenkapitalquote zu verbessern. Außerdem – und das soll natürlich Anleger freuen – soll so die Dividendenfähigkeit sichergestellt werden. Apropos Dividendenfähigkeit: Einen anderen Weg wählt hier scheinbar Conwert.
conwert will sich heuer vor allem auf die Tätigkeit der Verwaltung der Immobilien konzentrieren. Deshalb wurde bereits 2012 ein hohes Verkaufsprogramm gefahren, das Ziel 420 bis 450 Millionen Euro Verkaufserlöse zu erzielen wurde erreicht, erklärte conwert-Verwaltungsratsvorsitzender
Johannes Meran im Interview mit dem WirtschaftsBlatt.
Dass 2012 trotzdem tiefrote Zahlen präsentiert werden müssen, wird unter anderem damit begründet, dass das Osteuropa-Portfolio verkauft werde, das nur bei rund fünf Prozent des Gesamtportfolios liegt. Durch die Abwertungen sollen realistische Marktpreise angesetzt werden. Dadurch soll auch die Dividende für 2012 ausfallen, so Meran. Die versprochene Sonderdividende werde aber gezahlt. Eine Zurückhaltung für den osteuropäischen Raum ortet auch CBRE. Die Investments dort haben sich 2012 wieder deutlich verlangsamt – nach 11,6 Milliarden Euro im Jahr 2011 auf 7,6 Milliarden 2012. Während Länder wie Russland, Polen und Tschechien noch gefragt sich, gibt es in den SEE-Ländern kaum Bewegung und Interesse, so Ridder. Zumindest eines haben CA Immo und conwert, die beiden Unternehmen, die sich zum abgelaufenen Geschäftsjahr bereits geäußert haben, aber gemein: Sie setzen auf ihre Kernmärkte Österreich und Deutschland.
Blickt man auf die heurige Performance so hat die CA Immo mit einem Plus von etwas mehr als sieben Prozent die Nase vorn (natürlich deutlich hinter
Warimpex, die rund 28 Prozent im Plus liegt). conwert kommt heuer nur auf plus/minus null. Allerdings geben die Analysten der conwert-Aktie noch ein Potenzial von knapp neun Prozent, während die CA Immo schon oberhalb der durchschnittlichen Kursziele notiert. Auch wenn Warimpex das mit Abstand höchste Potenzial aufweist: Es ist ein bisschen mit Vorsicht zu genießen, covern doch zur Zeit nur zwei Analysten die Aktie. (sl)
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