Die Euro-Finanzminister wollen an diesem Montag in Brüssel ihren neuen Vorsitzenden benennen. Einziger Kandidat für die Nachfolge des Luxemburgers
Jean-Claude Juncker ist bisher der niederländische Ressortchef Jeroen Dijsselbloem. Der Sozialdemokrat hat die ausdrückliche Unterstützung Deutschlands.
Zuletzt waren aus Paris Bedenken gegen eine Entscheidung noch im Jänner geäußert worden. Auf Drängen des Pariser Ressortchefs Pierre Moscovici wird es laut Diplomaten eine ausführliche Debatte über Dijsselbloems Arbeitsprogramm geben. Die Eurogruppe ist in der Finanz- und Euro-Schuldenkrise eines der weltweit wichtigsten Entscheidungsgremien. Juncker steht seit 2005 an seiner Spitze. Ein Mandat dauert zweieinhalb Jahre.
Bei ihrer ersten Begegnung im neuen Jahr werden die Finanzminister der 17 Eurostaaten keine Beschlüsse zum geplanten Hilfsprogramm für Zypern fassen. Der Finanzbedarf der von der Griechenland-Krise schwer getroffenen Geldhäuser steht immer noch nicht fest. Juncker hatte bereits in der zurückliegenden Woche gesagt, dass es eine Einigung erst im März geben dürfte. Das Programm hat einen Umfang von geschätzt 17,5 Mrd. Euro - der Hilfsantrag aus Nikosia war bereits im Sommer vergangenen Jahres eingetroffen.
Entscheidungen zu anderen Krisenländern wie Griechenland, Portugal oder Spanien stehen nicht an. Anders bei anderen Treffen im vergangenen Jahr wird die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, nicht in der belgischen Hauptstadt erwartet. Das sei ein Zeichen, dass sich die Lage an den Finanzmärkten beruhigt habe, meinten Diplomaten.