Rund die Hälfte der 100 Millionen Euro-Anleihe will der Glückspielkonzern Novomatic bei Privatanlegern einsammeln. Sollte das Interesse größer sein könne man sich auch eine Verdoppelung des Volumens vorstellen, hieß es gestern bei Bekanntgabe der Eckdaten des Deals. Tatsächlich ist das was Novomatic vor hat keine Einzelerscheinung am Wiener Markt.
Beatrix Exinger, Sprecherin der
Wiener Börse: "In den letzten Jahren lässt sich anhand der kleiner werdenden Stückelung feststellen, dass sich die Firmen zunehmend dem Retailpublikum zuwenden." Auch der Novomatic-Bond untermauert mit einer Stückelung von 500 Euro diesen Trend.
Fakt ist, dass sich im derzeitigen Niedrigstzinsumfeld, die Suche der Firmen nach alternativen Finanzierungsquellen zum traditionellen Bankkredit, mit der Jagd der Privatanleger nach Rendite paart. Die Zinsen am Sparbuch aber auch jene von Staatsanleihen mit guter Bonität (z.B.: Österreich) sind so tief, dass Zinssätze, die die Corporates bieten durchaus interessant sind. Vor allem für ein etwas konservativer veranlagtes Anlegerpublikum. Im Vorjahr jedenfalls verzeichnete die Wiener Börse mit einer Zahl von 25 begebenen Anleihen einen neuen Höchststand seit dem Jahr 2005, als 40 Bonds auf den Markt kamen (mehr Details dazu, auch die Emissionsvolumen im Verlauf der vergangenen zehn Jahre finden Sie im Börse-Express pdf vom 16.01.2013.)
Ob die Zahl heuer getoppt wird steht noch in den Sternen, fix ist jedenfalls das aus Sicht der Wiener Börse auch das Jahr 2013 ein "gutes Bondjahr" wird.Aktuell notieren in Wien 143 Corporate Bonds mit einem Gesamtvolumen von 22,8 Milliarden Euro. (Zum Vergleich: Die Marktkapitalisierung des gesamten
ATX liegt derzeit bei 38,81 Milliarden Euro.) Fix ist, dass der nächste Bond-Emittent abseits der Telekom – Marktgerüchten zufolge soll er aus dem Bereich der alternativen
Energie kommen –, bereits in den Startlöchern scharrt.
Fix ist auch, dass die Gefahr eines Defaults bisher in Österreich relativ klein geblieben ist. Zwar gab es zuletzt Turbulenzen rund um die Alpine Bau, deren Anleihe in der Folge kräftig unter Druck kam, doch in Summe finden sich in den Annalen lediglich zwei Ausfälle (A-Tec 2010 und Cybertron im Jahr 2002).