Der Abwärtstrend bei den PKW-Neuzulassungen hat im Dezember noch einmal an Fahrt aufgenommen: In den 27 EU-Staaten sank der Autoabsatz im Vorjahresvergleich nach Angaben des europäischen Herstellerverbands um 16,3 Prozent auf knapp 800.000 Fahrzeuge (siehe Chart 4). Damit beläuft sich das Minus für das Gesamtjahr 2012 auf 8,2 Prozent – das schlechteste Jahr seit 1995. Für Österreich fiel das Minus im Dezember noch höher aus als der EU-Schnitt (minus 21,1 Prozent), im Gesamtjahr lag das Minus bei 5,7 Prozent. Entwarnung scheint nicht in Sicht zu sein: Die Marktforscher rechnen damit, dass sich die Misere im kommenden Jahr fortsetzen wird, wenn auch mit einem geringeren Tempo. Schätzungen gehen von einem Rückgang der PKW-Nachfrage in Westeuropa von drei Prozent aus. Damit dürfte der ruinöse Preiskampf unter den Herstellern nicht nachlassen.
Diese Zahlen ließen den österreichischen Vertreter der Autozulieferer-Branche nicht kalt:
Polytec büßte am Vormittag mehr als ein Prozent ein, damit beläuft sich das Wochenminus schon auf rund drei Prozent. Trotz dieses Rückschlags weist die Aktie immer noch zweistellige Kursgewinne seit Jahresbeginn auf und ist mit einem Plus von rund zwölf Prozent an dritter Stelle des ATXPrime zu finden (hinter
Warimpex und Uniqa).
Mit dem Jahreswechsel hat die Polytec-Aktie ein kleines Kursfeuerwerk entfacht, hat ihren Aufwärtstrend beschleunigt und scheinbar mühelos den seit 2007 laufenden Abwärtrend nach oben durchbrochen. Allerdings bleibt abzuwarten, ob dieser Anstieg wirklich nachhaltig war. Unter anderem durch die heutigen Nachrichten über die PKW-Neuzulassungen näherte sich der Kurs wieder dem Abwärtstrend. Eine Absicherung bei rund 5,5 Euro ist daher anzuraten. Sollte der Ausbruch nachhaltig sein, dann wartet als nächstes Ziel der Fibonacci-Widerstand bei 7,5 Euro. Analysten sind übrigens noch optimistischer: Sie sehen das Kursziel bei 8,7 Euro.
(sl)