Lieber Herr Ametsreiter. Transparenz ist eine wunderbare Sache und gehört im Sinne des Kapitalmarkts und der Anleger gehegt und gepflegt. Interessant dann nur, wo und wann der CEO der
Telekom Austria bekannt gibt, dass das Unternehmen im Vorjahr die Erwartungen bei weitem nicht getroffen hat. Zwar geht es nicht um die eigenen, aber die Prognosen der Analysten. 100 Millionen Euro erwartet Ametsreiter an Überschuss in 2012 erzielt zu haben. Der Konsens liegt fast 50!!! Prozent darüber. Vorsorglich gab Ametsreiter diese eigentlich Horrorzahl in einem Interview mit „Österreich“ bekannt. Wohl wissend, dass diesem Massenblatt der Aktienmarkt völlig egal ist - wohl auch der typische Anleger nicht zu den Abonnenten Österreichs zählt (zumindest nicht aus Gründen der Kapitalmarktberichterstattung). Wenn man dort so eine Story platziert, kann man immer sagen, ich hab’s ja eh gesagt - wenn’s keiner mitbekommt, selber Schuld ...
Werden wir also wohl wieder etwas von irgendwelchen Einmaleffekten hören, die das Ergebnis belastet haben. Wenn mein Sohn der Reihe nach 5er von der Schule mitbringt und Einmaleffekte ins Spiel bringt, nutzt ihm das im Endzeugnis trotzdem nichts. So wie auch den Telekom-Aktionären, die seit nunmehr wievielen Quartalen eigentlich immer mit schöner Regelmäßigkeit etwas von Einmaleffekten hören. Wohl nicht umsonst gibt es den Spruch: „Einmal ist keinmal“ - jedes weitere mal ist dann für einmal schon eines zuviel ...