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06.01.2013 09:19
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IV-Umfrage: Ein Fünftel der Betriebe rechnet mit Kurzarbeit 2013

82 Prozent wollen aber Investitionen tätigen - Für neue Arbeitsplätze sei hauptsächlich Flexibilisierung bei Arbeitszeitgesetzen nötig - Kurzarbeit 2009 kostete 454 Mio. Euro

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Angesichts der wieder schwieriger werdenden wirtschaftlichen Lage ist für 20 Prozent der heimischen Industriebetriebe heuer die Kurzarbeit großes Thema. Das geht aus einer "Blitzumfrage" der Industriellenvereinigung (IV) unter ihren Mitgliedsfirmen zum Jahreswechsel hervor. "Wie viele Unternehmen wie viele Mitarbeiter tatsächlich in Kurzarbeit schicken müssen, steht aber in den Sternen", so IV-Generalsekretär, Christoph Neumayer, zur APA. Ebenso knapp ein Fünftel (18 Prozent) der Betriebe überlegt, 2013 die Investitionen hintanzuhalten. Die Kurzarbeit 2009 hat laut IV insgesamt 454 Mio. Euro gekostet.

Würden die Regelungen für Kurzarbeit - die 75 Prozent der befragten Unternehmen als zu teuer bezeichneten - weiter verbessert (im Dezember gab es laut Neumayer "kleine Verbesserungen", wie die Übernahme der Sozialversicherungsbeiträge durch die öffentliche Hand bereits ab dem fünften statt erst ab dem achten Kurzarbeitsmonat), so würde Kurzarbeit gar für 95 Prozent dieser drei Viertel der Firmen, welche die Kurzarbeitskosten als zu hoch angaben, zum Thema werden.

Flexibilität in der Kurzarbeit sei für die Betriebe ein "Megathema", so Neumayer. Die Modellverlängerung sei "grundsätzlich gut" gewesen, damit die Unternehmen darauf zurückgreifen können. "Jede Firma muss selbst über den Schritt zur Kurzarbeit entscheiden können." Das deutsche Modell sei aber auch interessant, weil "dort nicht auf übergeordneter Ebene eine sozialpartnerschaftliche Vereinbarung notwendig ist", sagte Neumayer.

Zu den Investitionsüberlegungen der Firmen meinte Neumayer: "Es ist zwar eine gute Nachricht, dass 82 Prozent investieren wollen, was wir als Bekenntnis zum Standort Österreich werten. Genauso ist es für uns aber ein Alarmsignal, dass ein Fünftel überlegt, nicht zu investieren. Das nehmen wir sehr ernst."

Um für mehr Arbeitsplätze in Österreich zu sorgen, wollten 80 Prozent der befragten Industriebetriebe eine Flexibilisierung bei Arbeitszeitgesetzen, 72 Prozent eine Absenkung der Arbeitszusatzkosten und 65 Prozent Strukturreformen im Gesundheitssystem, bei den Pensionen, in der Bildung und in der Verwaltung.

In Sachen Arbeitszeitflexibilität braucht es für Neumayer längere Durchrechnungszeiträume: "Die meisten Unternehmen wünschen sich Durchrechnungszeiträume über zwei Jahre oder noch besser über ganze Konjunkturzyklen." Es wäre "extrem geholfen, würde sich die Gewerkschaft hier bewegen". Die IV sei hier weiter gesprächsbereit, denn es müsse ein gemeinsames Anliegen sein, um hier zu einer Lösung zu kommen, "die es den Unternehmen ermöglicht Beschäftigung zu halten und sogar in schwierigen konjunkturellen Zeiten aufzubauen".

Die Arbeitszusatzkosten sollen laut Neumayer im Rahmen einer großen Steuerstrukturreform gesenkt werden. "Den Arbeitnehmern muss mehr im Börserl bleiben." Senkungspotenzial gebe es etwa bei der Unfallversicherung, deren Überschüsse an die Arbeitnehmer und -geber weitergeben werden sollten. Auch wenn der Familienlastenausgleichsfonds in zwei Jahren wieder im Plus sei, sollen die Überschüsse, geht es nach der IV, ausgeschüttet werden, um Dienstnehmer- und Dienstgeberbeiträge abzusenken. "Schließlich ist Arbeit in Österreich ungemein hoch belastet", kritisierte Neumayer.

Zur Untermauerung der Forderungen, die aus der Umfrage hervorgehen, stellte die IV eine Kostenrechnung zur Kurzarbeit in Österreich 2009 vor. Demnach beliefen sich diese insgesamt auf 454 Mio. Euro. Davon hätten die Unternehmen mit 66 Prozent oder 299,6 Mio. Euro den Löwenanteil getragen. Die Öffentliche Hand kostete die Kurzarbeit demnach 25 Prozent oder 113,5 Mio. Euro und die Mitarbeiter der Betriebe mit Kurzarbeit 9 Prozent oder 40,9 Mio. Euro.
 
(APA)
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