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06.01.2013 07:00
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„Märkte, die das Potenzial nicht im Entferntesten ausgeschöpft haben”

Alexandre Dimitrov, Lead Fondsmanager der Espa Stock Rising Markets siegt bei der letzten Entscheidung zum „Fonds des Monats“ - Dimitrov im Interview über Ansteckungssorgen aus dem Westen, das Bauchgefühl und Unterschiede zu anderen Anbietern.

Alexandre Dimitrov
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Börse Express: In letzter Zeit gewinnen EM-Produkte ziemlich häufig bei der Wahl zum 'Fonds des Monats'. Anbieter scheinen diesen Weg für Anleger als notwendig zu erachten. Gehen die Anleger aber auch entsprechend mit?

Alexandre Dimitrov: Generell ist zu sagen, dass viele Anleger noch sehr risikoavers sind. D.h. die Rendite spielt weniger Rolle als der Wunsch, mit einem Produkt keine Verluste zu erleiden. Auch im Wissen, dass dies nur eine Momentaufnahme wäre. Wenn die Anleger wieder Vertrauen gefasst haben, dann werden sie auch die Chancen an den Aktienmärkten wahrnehmen. Und Emerging Markets sind einfach sinnvoll für die Portfolio-Optimierung. Wo wenn nicht dort gibt es das größte BIP-Wachstum? Wo wächst die Mittelschicht schneller, wenn nicht in den Wachstumszonen unseres Planeten? Wo gibt es sonst so viele, gut ausgebildete Arbeitskräfte? Verstärkte Aufklärung und Information sind nötig. Hier sind wir als Produktanbieter gefordert und ebenso unsere Vertriebspartner.

Börse Express: Warum sollte ich mich als Anleger für Rising Markets und nicht BRIC, Next-11, Mist oder ähnliches entscheiden? Wo sehen Sie die Vorteile Ihrer Indexkonstruktion?

Alexandre Dimitrov: Das Rising Markets-Konzept ist eine Innovation der Erste Group Bank und der Erste Sparinvest. Wir investieren in 15 Länder mit maximal 5 aussichtsreichen Titeln pro Land. Die Wachstumsregionen sind als Investmentregionen vielfältiger als wir denken und nicht nur auf vier Länder konzentriert. Ein eigenes Komitee aus Spezialisten der Erste Group Bank und Erste Sparinvest analysiert in einem mehrstufigen Prozess die einzelnen Märkte hinsichtlich ihrer Prognosen für Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum. Es werden nur Länder in die engere Wahl gezogen, die Mindesterfordernisse hinsichtlich des Lebensstandards der Bevölkerung und der Korruptionsbekämpfung erfüllen. Dort liegen auch die Risikofaktoren: politische Stabilität und Erfüllung rechtlicher Mindeststandards. Erst wenn das passt, klinken wir uns als Investor in ein Land ein. Durch das Einbeziehen dieser „moralischen“ Komponente hebt sich das Rising Markets Konzept von herkömmlichen Emerging Markets- und BRIC-Fonds deutlich ab. Wir wollen mit breiter Diversifikation die Welt von morgen abbilden. Börse Express: Zur Titelauswahl im Fonds kommt es dann wie?

Alexandre Dimitrov: Das Portfolio setzt sich aus Aktien von Unternehmen zusammen, die ihren Sitz in ausgewählten Wachstumsmärkten haben oder deren Geschäftsinteresse zu erheblichem Teil in diesen Märkten liegt. Die Länderauswahl erfolgt nach einem Top-Down Prozess: Die aussichtsreichsten Länder werden am stärksten gewichtet. Ausreichende Liquidität der Börsen ist Voraussetzung für eine Investition. Die Einzeltitelauswahl erfolgt auf Basis qualitativer und quantitativer Kriterien. Als Referenzindex dient der Erste Group Rising Markets Equity Index (ERMEX), der demselben Konzept folgt und an der Wiener Börse gelistet ist.

Börse Express: Gibt es da noch Platz für das berühmte Bauchgefühl – oder gibt das System im Endeffekt die Investitionsentscheidung vor?

Alexandre Dimitrov: Bauchgefühl spielt bei unseren Investitionsentscheidungen keine Rolle. Für uns zählen die „hard facts“. Wir haben aber eine Sensibilität für gewisse Märkte und sehen, welche Märkte ausreichend liquid sind. Auch wir kennen Schmerzgrenzen.

Börse Express: Der Fonds ist stark finanzlastig. Ansteckungsgefahren aus dem Westen sind nicht zu befürchten?

Alexandre Dimitrov: Banken profitieren vom BIP-Wachstum, deshalb sind sie Teil des Portfolios. Wir sehen keine Ansteckungsgefahren. Die Probleme gewisser Banken in Europa und in den USA haben nicht in den Emerging Markets ihre Wurzeln.

Börse Express: Von der drohenden chinesischen Immobilienblase ist auch schon länger nichts zu hören – wurde da die Luft abgelassen, oder schreckt Europa mehr?

Alexandre Dimitrov: Auch hier gilt „Europa zuerst“. China ist ein großes Land mit einer in Entstehung befindlichen Mittelschicht. Das heißt, hier wächst eine ausgabenfreudige Bevölkerung heran, vor allem im Einzugsbereich der großen städtischen Ballungsgebiete, die entsprechenden Wohnraum benötigt. Dies ist ein langfristiger Prozess. Börse Express: Auffallend ist die breite regionale Streuung des Fonds – es gibt keine Gewichtung größer zehn Prozent. Zufall oder Absicht?

Alexandre Dimitrov: Kein Zufall sondern Absicht. Die Fondsbestimmungen sehen vor, dass kein Land höher als zehn Prozent gewichtet ist. Dementsprechend gibt es auch keine höher gewichtete Aktie. Wir wollen die in Frage kommenden Wachstumsmärkte auf möglichst breiter Basis abdecken.

Börse Express: Wertpapierleihe bzw. FX-Absicherung wird bei Ihnen eingesetzt?

Alexandre Dimitrov: Im Moment setzen wir keine ein. Es ist aber grundsätzlich möglich und hängt von den Marktbedingungen ab. Die Währungen werden nicht abgesichert, längerfristig sollten diese Währungen eher aufwerten und nicht abwerten

Börse Express: Wie sieht es mit sonstigen derivativen Instrumenten aus?

Alexandre Dimitrov: Werden keine eingesetzt.

Börse Express: Wie versuchen Sie schlechte Marktphasen zu umschiffen? Investiert müssen Sie ja sein …

Alexandre Dimitrov: In schlechten Marktphasen erhöhen wir die Cashquote – wie bei anderen Aktienfonds. Und von Gewinnmitnahmen ist auch noch niemand „gestorben“. Dann haben wir Cash, um auch in schwierigen Marktphasen interessante Aktien aufkaufen zu können.

Börse Express: Vorausblickend: Ist jetzt eine gute Phase für Investments in EM-Aktien?

Alexandre Dimitrov: Wer jetzt investiert, findet vernünftig bewertete Märkte, die das Zukunftspotenzial der Wachstumsregionen nicht im Entferntesten ausschöpfen. Aktien sind gut, Wachstumsländer sind gut. Die Kombination von Emerging Markets und Aktien sollte in einem niedrigen Inflationsumfeld eine gute Performance bringen.

 
gill
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