Macht Fed-Chef
Ben Bernanke einen Rückzieher? Seit der gestrigen Veröffentlichung der Minutes zur letzten US-Notenbanksitzung geht die Angst unter Anlegern um, dass die schöne neue Welt des billigen Geldes schon bald ein Ende haben könnte. Womit den Aktienmärkten jenes Schmiermittel genommen wäre, das sie zuletzt so richtig gut laufen ließ: Liquidität, die nach Veranlagungsmöglichkeiten sucht.
Liebe Anleger. Wenn einzig die Liquidität der Grund für die jüngste Hausse war, dann steht diese wirklich auf tönernen Füßen. Ist es aber nicht. Denn die Alternative Anleihe ist ja weiter keine. Manch Fed-Banker sorgt sich vor der durch die Gelddruckmaßnahmen ausgelösten Inflationsgefahr - wäre neu, dass sich in so einem Umfeld Aktien schlechter entwickeln würden, als Anleihen.
Dass die Kurse nicht jeden Tag Schönwetter zeigen können, ist auch klar. Und mancherorts wurde auch bereits ein wenig viel an Zukunftserwartung eingepreist. Aber jetzt bitte nicht ins Sparbuch oder die (Staats-)Anleihe fliehen. Das würde erst recht ins Geld gehen, wenn sich die Fed-Befürchtungen bewahrheiten.
Nehmen wir, wie es ist: Die erste Euphorie ist verschwunden, mehr nicht. Und das ist gut so, denn Euphorie ist ohnehin kein guter Ratgeber. Und mehrheitlich sind die jüngsten Minutes wohl einfach als Versuch anzusehen, Druck auf die Politik zu machen, sich in Sachen Fiskalkliff und Schuldenobergrenze am Riemen zu reißen: „Sonst kaufen wir nicht mehr etwa 40% Eures Bedarfs ...“