Die Sache erinnert ein wenig an das Kaninchen, das starr vor Angst der Schlange gegenüber sitzt. Und eigentlich nur noch wenig zu gewinnen hat. 14:30 Uhr zeigt die Schlange ihr Antlitz - und heißt US-Arbeitsmarktbericht. Bis gestern abend spielten die Glocken noch in Dur. Denn in den USA wurden im Dezember laut gestern veröffentlichtem ADP-Report im Privatsektor außerhalb der Landwirtschaft deutlich mehr Stellen geschaffen als erwartet. 215.000 waren es, nach von 118.000 auf revidierten 148.000 im November (getragen wurde der Report überwiegend vom Zuwachs um 187.000 Stellen im Dienstleistungssektor. Dafür gingen 11.000 Stellen für Fabrikarbeiter flöten). Da die Prognose bei 140.000 lag, haben wir nun für den heutigen Arbeitsmarktbericht, der die öffentliche Hand beinhaltet, einen Puffer von etwa 105.000 Stellen - bei erwarteten 153.000 Stellenschaffungen in der Gesamtwirtschaft.
Doch nun mischen sich ins Glockenspiel Moll-Töne: Bei der letzten Fed-Sitzung gab es unter Gremiumsmitgliedern erste Bedenken, das Anleihenaufkaufprogramm zu lange am Laufen zu halten, um keine Inflationsgefahren herauf zu beschwören. Heisst: Je positiver die Arbeitsmarktdaten heute ausfallen, desto eher wird das Börseschmiermittel Liquidität wieder abgezogen werden. Dafür sinkt das Risiko, in die Rezession zurück zufallen ...
Auf Einzeltitelebene fallen vor allem
voestalpine und
Wienerberger auf: Der Stahlkonzern wurde mitsamt der meisten seiner Konkurrenten vom Marktführer ArcelorMittal in die Tiefe geschickt. Dieser hatte zu Wochenbeginn Teile einer kanadischen Eisenerzmine an Posco (Japan) und China Steel verkauft, was die Aufmerksamkeit der Anleger auf eben Eisenerz lenkte. Und da wurde gesehen, dass der Rohstoff zuletzt haussierte - plus 70% seit September - und derart die Kostenbasis für Stahlschmelzer erhöht(e).
Zweiter auffälliger Titel ist Wienerberger, der als einer von nur noch drei
(EVN,
OMV) YTD eine reinweiße Weste besitzt und bisher nur zulegen konnte (Stand 12:00 Uhr), womit es auch im reinen YTD-Ranking zum Führungswechsel kommt, der
Verbund muss weichen). Warum gerade Wienerberger, während „nahe“ Werte wie
Strabag zu den schlechtesten Performern zählen? Es ist die Hoffnung USA und der sich dort aufrappelnde Immobilienmarkt: ’Lazarus’ ist dank der Fed-Interventionen wieder auferstanden ...
Schwach sind auch die Banken unterwegs. Das könnte sich aber schon bald ändern. Denn die weltweit wichtigsten Bankenaufseher schalten bei der Einführung neuer Liquiditätspuffer Aufsichtskreisen zufolge einen Gang zurück -
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