In Europa ist der letzte Handelstag 2012 mit leichten Gewinnen zu Ende gegangen. Vor allem die Sorgen um die US-Budgetdebatte verhinderten am Montag größere Aufschläge. Gleichzeitig war der chinesische Einkaufsmanagerindex besser als erwartet ausgefallen. So gab es einen Puffer gegen größere Kursverluste. Der EuroStoxx 50 schloss bei einem Stand von 2.635,91 Punkten um 0,34 Prozent höher. Seine Jahresbilanz beträgt damit annähernd plus 14 Prozent. In Paris schloss der Cac 40 an diesem Montag um 0,58 Prozent höher bei 3.641,07 Punkten. Der Londoner FTSE 100 verabschiedete sich unterdessen mit einem Minus von 0,47 Prozent bei 5.897,81 Punkten aus dem verkürzten Handel.
Nachdem sich in den USA Demokraten und Republikaner bisher immer noch nicht im Budgetstreit einigen konnten, sei die Stimmung an den Märkten am letzten Handelstag eher mau, kommentierte Händlerin Anita Paluch von Gekko Global Markets. Daran ändere auch die aufgehellte Stimmung unter den chinesischen Einkaufsmanagern nichts.
Im europäischen Leitindex sorgte an diesem letzten Handelstag noch der spanische Versorger Iberdrola für etwas Gesprächsstoff. So trennt sich der Konzern einerseits von seiner französischen Tochter für erneuerbare Energien. Für 350 Millionen Euro verkaufen die Spanier die Aktivitäten an eine Käufergruppe um dem US-Konzern General Electric (GE). Weitere 50 Millionen Euro fließen an Iberdrola, sollten bestimmte Bedingungen erfüllt sein. Darüber hinaus war bereits am Wochenende bekannt geworden, dass die bolivianische Regierung vier Unternehmen von Iberdrola verstaatlicht hat. Nach einem schwachen Start drehten die Papiere im weiteren Verlauf ins Plus und gingen am Ende um knapp eineinhalb Prozent höher aus dem Handel.
Die Spanier sind auch beim Blick auf die Jahresbilanz des EuroStoxx einer der auffälligen Werte. Mit einem Abschlag von etwa zehn Prozent gehören sie 2012 zu den größten Verlierern in dem Auswahlindex. Noch schlechter schnitten die Papiere von Repsol ab, die mehr als 35 Prozent an Wert einbüßten. Das Gegenstück dazu bilden die Anteilsscheine vom spanischen Modekonzern Inditex, die sich mit einem Plus von gut 67 Prozent den Spitzenplatz in dem pan-europäischen Index sicherten. Die Aktien der Societe Generale folgten mit einem Kursplus von annähernd 65 Prozent dicht auf den Fersen.
Im breiter gefassten Stoxx 600 konnten insgesamt sechs Aktien ihren Wert im vergangenen Jahr mindestens verdoppeln. Die Anteilsscheine des deutschen Bezahlsenders Sky Deutschland kamen sogar auf ein Plus von mehr als 190 Prozent, gefolgt von den Papieren der KBC Groep, die sich um knapp 170 Prozent verteuerten. Die Aktien der spanischen Bankia büßten auf Jahressicht nahezu 90 Prozent ein und entwickelten sich damit am schlechtesten. Unter den Branchenindizes sah das Bild etwas anders aus: Hier sicherte sich der Branchenindex Autos & Parts mit einem Kursgewinn von 35 Prozent den ersten Platz. Der Branchenindex Telecommunications fiel dagegen mit einem Minus von annähernd elf Prozent ans Ende der Sektorübersicht.
An den Rohstoffmärkten zeichnete sich zuletzt für Gold ebenfalls ein Plus auf Jahressicht ab. Damit stiege der Goldpreis das zwölfte Jahr in Folge. Anders sieht es dagegen beim Öl aus: Während der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte WTI auf Jahressicht rückläufig war, zeichnet sich für die Nordseesorte Brent ein Plus ab, das vierte in Folge. Der Euro hat im 12-Monats-Vergleich gegenüber dem US-Dollar gewonnen.
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