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23.12.2012 07:00
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Es sollte die Mehrrendite sein

Anleihen performten auch 2012 - für 2013 raten Experten vor allem zum Griff nach Höherverzinstem wie Corporates, High Yields bzw. Emerging Markets. Sonst wird es schwer, wenigstens die Inflationsrate zu verdienen.
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Österreichische Unternehmen finanzieren sich zunehmend über die Ausgabe von Anleihen und immer weniger durch Bankkredite. Außerdem berichten Firmen über eine schlechtere Verfügbarkeit von Bankkrediten und eine leichte Verschärfung der Sicherheitserfordernisse. Das hat laut OeNB-Daten zu Folge, dass in den ersten zehn Monaten netto um 1,5 Mrd. Euro mehr Anleihen begeben wurden als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. In Summe gab es im Vorjahr ein Emissionsvolumen von in etwa 3,3 Milliarden Euro – heuer werden es mehr als fünf Milliarden sein.

Ein Trend, der sich nicht auf Österreich beschränkt: Weltweit haben Unternehmen ein neues Rekordvolumen von 3,9 Billionen Dollar emittiert. 2010 waren es 3,29 Billionen, 2011 noch 3,23 Billionen. Emittiert wurde dabei nicht ins Blaue hinein – die Nachfrage war da: Anleger haben heuer die ebenfalls Rekord-Summe von 455,7 Mrd. Dollar in Anleihefonds gesteckt. Das zeigen Statistiken von EPFR Global.

Natürlich sorgt das Dauer-Rekordtief bei den Zinsen für gemischte Gefühle. Lebensversicherer wissen kaum noch, wo und wie sie die Gelder ihrer Kunden anlegen sollen, um die versprochenen Gewinne zu erwirtschaften. Dafür können sich große Industrieunternehmen wie OMV oder voestalpine günstig wie nie, Geld auf dem Anleihenmarkt beschaffen.

Dieses Segment bleibt für Marktstrategen innerhalb der Assetklasse Anleihe auch ein bevorzugtes Investment. Querbeet wird zwar nicht davon ausgegangen, dass die Notenbanken im kommenden Jahr die Zinswende einläuten werden (dafür ist die konjunkturelle Entwicklung noch zu schwach, auch würden sich die Refinanzierungskosten der Staaten erhöhen), womit herbe Kursverluste verbunden wären. Doch das Potenzial nach unten ist bei faktisch null Prozent Zinsen eben auch nicht mehr wirklich gegeben. Es mehren sich auch die Anzeichen, dass der Status eines sicheren Hafens vielleicht vor einer Neudefinition steht. So zählte heuer etwa Japan zu den schlechtesten Anleihemärkten, dafür war mit Griechenland richtig Geld zu verdienen. Doch selbst mit der teilweisen Kursverdoppelung sind damit die Verluste des Jahres 2011 noch nicht aufgeholt.

Das Fazit für Anleger heißt wohl: Es bleibt letztlich nur die Wahl zwischen wenig Risiko und kaum Rendite auf der einen Seite, andererseits das Spekulieren auf höhere Renditen unter Inkaufnahme höherer Risiken. Heinz Bednar, Geschäftsführer der Erste Sparinvest sieht die Lage folgendermaßen: "Wie im Jahr zuvor liegt die nominelle Verzinsung am Geldmarkt unter der Inflationsrate. Das bedeutet, dass die Realverzinsung negativ ist. Wir gehen davon aus, dass sich diese Situation im kommenden Jahr nicht verändern wird. Der Grund für diese Situation liegt darin, dass die Notenbanken der USA und der Euro-Zone die Leitzinsen seit längerem auf quasi Null reduziert haben. Diese Maßnahme wurde neben vielen weiteren getroffen, um die Situation am Geldmarkt und der Realwirtschaft zu verbessern. Niedrige Zinsen fördern in der Regel die Investitionsbereitschaft der Unternehmen und reduzieren die Kreditbelastungen der öffentlichen und privaten Haushalte.

Das wirtschaftliche Umfeld bleibt weiter schwach, so deuten beispielsweise die Frühindikatoren in den Industriestaaten auf eine Stagnation des Wirtschaftswachstums hin. Relativ gute Konjunkturindikatoren kommen derzeit primär aus Asien, inklusive China. Hervorzuheben ist auch das moderate Wachstum der Konsumausgaben weltweit. Sorge bereitet hingegen, dass die Unternehmen nach wie vor sehr zurückhaltend mit Investitionen sind, und dass die globale Industrieproduktion rückläufig ist. Die Rahmenbedingungen für sämtliche Staatsanleihen der Euro-Zone haben sich hingegen aufgrund der jüngsten politischen Entscheidungen und Maßnahmen der Europäischen Zentralbank deutlich verbessert.

Generell bleibt das Umfeld konstruktiv für höher rentierende Anlageklassen. Im Fokus stehen damit weiterhin Unternehmensanleihen, auch jene mit niedrigerer Bonität und Emerging Markets Anleihen. Aktien werden derzeit von den expansiven Zentralbankpolitikern bestimmt und von der sogenannten „Fiskalklippe“ in den USA zurückgehalten. Das kommende Jahr wird aufgrund der Rahmenbedingungen herausfordernd. Mit einem breit diversifizierten Portfolio aus Staatsanleihen, Unternehmensanleihen, Emerging Markets-Anleihen und auch Aktien ist man als Anleger gut gerüstet. Der planmäßige Vermögensaufbau beispielsweise mit monatlichen Einzahlungen ist in schwierigen Marktphasen empfehlenswert." Martin Bohn, CIO der Bawag PSK Invest, sieht die Lage derart: Bestimmend für die weitere Entwicklung an den Finanzmärkten werden Wirtschaftsentwicklung, EZB sowie Italien und Spanien sein. Europa befindet sich zur Zeit in einer leichten Rezession. Ausgehend von den Peripherieländern hat die Wirtschaftsflaute auch die Kernländer erreicht. Es werden noch einige Quartale vergehen, bis die Wirtschaft wieder in Fahrt kommt. Die durchschnittliche Jahresinflation wird aus diesem Grund 2013 voraussichtlich unter 2,0 % sinken. Dies spricht für weiterhin sehr niedrige Zinsen.

Für Staatsanleihen der Kernstaaten dürften die Renditen aller Laufzeiten aufgrund der schlechten Wirtschaftsentwicklung und der EZB-Politik niedrig bleiben. Die Peripherieländer werden durch Themen wie die italienischen Parlamentswahlen oder die Entscheidung Spaniens, den europäischen Rettungsschirm um Hilfe zu bitten, volatil bleiben. Das unlimitierte Kaufprogramm der EZB für kurze Laufzeiten bietet jedoch Unterstützung für die Renditen.

Summa summarum: Die Kreditmärkte sollten sich positiv entwickeln. Die Unternehmen der Kernländer haben nach wie vor einen „Save Haven“-Status. Das Rendite-Niveau von Unternehmens- und High Yield-Anleihen bleibt attraktiv. Die Unternehmensbilanzen sind gesund und das allgemein niedrige Zinsniveau leitet Liquidität in diese Assetklassen.
 
gill
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