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Der von Verlusten gebeutelte deutsche Stahlhändler Klöckner & Co (KlöCo) will sich gesundschrumpfen und trennt sich daher nun wie angekündigt von seinem Osteuropageschäft. In einem ersten Schritt habe KlöCo seine Aktivitäten in Tschechien, Bulgarien und Rumänien an lokale Wettbewerber abgestoßen, teilte der Duisburger Konzern am Freitag mit. Die noch verbliebenen Geschäfte in Polen und Litauen sollen im Auftaktquartal 2013 veräußert werden.
"Wir kommen mit der Umsetzung unseres Restrukturierungsprogramms, bei dem insgesamt 60 Standorte geschlossen oder verkauft und 1.800 Mitarbeiter abgebaut werden, schneller voran als erwartet", erklärte Konzernchef Gisbert Rühl.
In Osteuropa verbucht KlöCo Verluste und erlöst an 14 Standorten mit 255 Mitarbeitern etwa 100 Mio. Euro, etwa 1,4 Prozent des Konzernumsatzes.
Dem produzentenunabhängigen Stahlhändler, der unter anderem mit den Handelshäusern von ThyssenKrupp, Salzgitter und Weltmarktführer ArcelorMittal konkurriert, macht die schwächelnde Nachfrage in Europa zu schaffen, während in Nordamerika das Geschäft deutlich besser läuft. Im November verschärfte Rühl nochmals sein Sanierungsprogramm, er will nun 1.800 Stellen statt der bis dato ins Visier genommenen 1.300 abbauen. Damit fällt etwa jeder sechste Arbeitsplatz weg. Weltweit sollen 60 der 290 Standorte geschlossen werden. Wegen des Preisdrucks und der schwachen Nachfrage in Europa fuhr der Konzern in den ersten neun Monaten einen Nettoverlust von 75 Millionen Euro ein.
Die Schwerindustrie steckt in einer Krise. Die Kunden bauen seit Monaten ihre Lager ab. In Spanien und anderen hoch verschuldeten Staaten Südeuropas ist die Nachfrage regelrecht eingebrochen. Zudem gibt es in der Branche Überkapazitäten. Auch Branchenprimus ArcelorMittal steht unter Druck. Der belgische Konzern wird 4,3 Mrd. Dollar auf den Wert seines Europageschäftes abschreiben. ArcelorMittal hat bereits Hochöfen in Frankreich und Belgien geschlossen.
(APA/Reuters)
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