EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia will einen Garantieschirm von 85 Mrd. Euro erlauben, der die Zerschlagung der Großbank Dexia deckt. Der Beschluss soll kommende Woche von der gesamten Kommission abgesegnet werden, sagte Almunia am Donnerstag in Brüssel. Mit dem Milliardenschirm im Rücken soll dem Konzern eine geordnete Abwicklung ermöglicht werden, begründete er die Entscheidung. Demgegenüber könnte ein ungeordneter Zusammenbruch "sehr negative" Folgen für die Wirtschaft haben.
Die Dexia-Bank stand im vergangenen Jahr infolge der Euro-Schuldenkrise kurz vor dem Zusammenbruch und wird deshalb abgewickelt. Die EU-Kommission erlaubte Belgien, Frankreich und Luxemburg Ende September, die Bank bis zum 31. Januar mit einer Garantie in Höhe von 55 Mrd. Euro zu stützen. Im November verständigten sich Frankreich und Belgien angesichts eines Milliardenverlustes im dritten Quartal auf eine neue Kapitalspritze. Schon früher war die Bank subventioniert worden.
Offen war bisher die Haltung der Kommission für den von Frankreich, Belgien und Luxemburg zugesagten Schirm von 85 Mrd. Euro, der die derzeitige Stütze ablösen soll. Almunia ist nun offenbar mit dem Plan für das weitere Schicksal der Bank zufrieden, der Voraussetzung für die Erlaubnis ist. Demnach wird unter anderem der belgische Zweig Belfius
Bank für Privatkunden vollständig von dem abgespalten, was vom Dachkonzern Dexia übrig ist. Eine ähnliche Lösung wurde für die Dexia Municipal Agency in Frankreich vereinbart.