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10.12.2012 07:00
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Wenn die Politik und die Schulden nicht wären ...

Termine der Woche plus ATX-Chartwatch VI mit VIG, Post, Erste, Lenzing, Mayr-Melnhof
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Auch wenn die europäische Schuldenkrise jederzeit wieder an Schrecken zulegen kann, derzeit verschiebt sich der Fokus mehr und mehr gen USA. Und das nicht nur, weil die dortigen Konjunkturvorlaufindikatoren immer wieder ein Wechselbad der Gefühle hervorrufen.

So wie in der abgelaufenen Woche, als der ISM des Verarbeitenden Gewerbes überraschend unter die Schwelle zum Wachstum von 50 Punkten gefallen ist. Zwar nicht um viel, die 49,5 Punkte sind aber doch der niedrigste Wert seit Juli 2009. Wirklich verdenken kann man es der dortigen Wirtschaft ja nicht: Hauptgrund für die Stimmungsverschlechterung sind sicher die Unsicherheiten rund um das Budget des kommenden Jahres, unter dem Begriff Fiskalkliff zur Berühmtheit geworden. Klar, dass es da auf Unternehmensseite zu einer vorsichtigen Haltung etwa in Fragen von Investitionsentscheidungen kommt. Vorsichtiger wurde zuletzt auch die EZB im Rahmen ihrer Zinssitzung: Der Leitzins der EZB wurde zwar bei 0,75% belassen. Doch bei der Präsentation der neuen Inflations- und Wachstumsprojektionen für die Eurozone wurde nach unten nachjustiert (wie mittlerweile auch die jeweiligen Nationalbanken von Österreich und Deutschland, die ihre Prognose ebenfalls nach unten revidieren mussten). Für 2013 wird nun in der Eurozone mit einer Inflationsrate zwischen 1,1% und 2,1% gerechnet, bisher waren es zwischen 1,3% und 2,5%.

Die Prognose für das BIP-Wachstum liegt nun zwischen minus 0,9 und plus 0,3%, statt bisher minus 0,4% bis plus 1,4%. Der Hauptfokus der Makrobeobachter wird daher in den kommenden Tagen auf den eintrudelnden Daten zu den diversen Einkaufsmanagerindizes liegen. Wie auch auf handfesteren Daten wie der Industrieproduktion. Solche Zahlen verfolgen uns weltweit und kommen auch aus Japan sowie den USA.

Die USA drohen aber nicht nur von der Fiskalklippe zu stürzen - es nähert sich ein weiteres Problem mit Riesenschritten. Denn der aktuelle Schuldenstand beträgt 16,25 Billionen US-Dollar - bei 16,4 liegt aber die gesetzlich vereinbarte Schuldenobergrenze - siehe auch http://www.usdebtclock.org/ Hier droht also (wieder einmal) so etwas wie die Zahlungsunfähigkeit. Denn voraussichtlich zwischen Weihnacht’ und Neuem Jahr dürften diese Schuldenobergrenze nach oben durchstossen werden. Sofern sich der Kongress nicht auf eine Anhebung einigt. Was nach den letzten Wortmeldungen der beiden politischen Lager nicht wie eine ‘gemachte Sache’ aussieht. So gaben die Demokraten von Präsident Barack Obama von sich, dass dies nur gemeinsam mit einer Lösung im Budgetstreit zu verhandeln sei.

Am Mittwoch warnte Obama die Republikaner dann davor, ihre Zustimmung zu einer höheren Schuldenobergrenze zu verweigern, um Druck bei den Budgetverhandlungen aufzubauen. Im Sommer 2011 war die Situation ähnlich. Damals hatte der Streit im Kongress über die Erhöhung der damaligen Schuldenobergrenze die USA an den Rand der Zahlungsunfähigkeit gebracht. Damals hatten sich Obama und der Kongress auf automatische Abgabenkürzungen und Steuererhöhung verständigt, sollte man bei den Sparmassnahmen für das Budget nicht übereinkommen - und man ist eben nicht übereingekommen. Analysten schätzen, dass das US-BIP bei einer automatischen Ausgabenkürzung mit bis zu 5% in die Rezession fallen könnte. Heisst andererseits aber auch: Sobald sich bei den US-Budgetstreitigkeiten ein Kompromiss abzeichnet, wird es zu einem befreiten Aufatmen an den Märkten kommen. Verhandelt wird aber nicht nur in den USA. In Europa gibt es etwa wieder einmal einen EU-Gipfel. Dieser könnte neben einer Perspektive zum Umbau der Währungsunion auch zur Nachfolge des scheidenden Eurogruppenchefs Jean-Claude Juncker und zur Bankenaufsicht beraten.

Nachdem die Finanzminister am Mittwoch einen weiteren Versuch unternehmen werden, den Rechtsrahmen für die gemeinsame europäische Bankenaufsicht zu beschliessen, sei auch nicht auszuschliessen, dass sich der Gipfel am Donnerstag und Freitag noch damit befasst, zitiert die APA Verhandlungsteilnehmer.

Im Zentrum der Beratungen steht eigentlich ein Bericht des EU-Ratspräsidenten Herman Van Rompuy, der eine langfristige Perspektive zum Umbau der Wirtschafts- und Währungsunion aufzeigen soll, um künftige Krisen zu vermeiden. Van Rompuy hat den Bericht in Kooperation mit Juncker, EZB-Chef Mario Draghi und EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso erstellt. Der Plan, über den der Gipfel berät, sieht vor, dass die Eurozone über ein eigenes Budget verfügen soll und die Euro-Länder spezielle vertragliche Reformverpflichtungen mit den EU-Institutionen eingehen. Das Eurozonenbudget soll nach den Vorstellungen der vier Präsidenten aber erst nach 2014, also nach den nächsten Europawahlen, kommen. Unternehmensergebnisse gibt es auch noch ein paar - aber keine kriegsentscheidenden:

l Wolford: Schätzungen gibt es keine - somit nur die Zahlen, die zu schlagen sind: Im Q2 des Vorjahres gab es einen Umsatz von 41,8 Mio. Euro, ein EBITDA von 5,98 und einen Überschuss von 2,75 Mio. Euro (0,56 je Aktie). Das Q1 war unterm Strich schlechter als im Jahr davor - es gab aber auch einiges an Einmaleffekten.

l Bene: Für die Q3-Zahlen gibt es eine Schätzung - von Hauk & Aufhäuser. Laut dieser werden wir ein ziemlich stabiles Ergebnis sehen, mit einer ganz leichten Eintrübung der Margensituation.

l EVN: Das ATX-Mitglied präsentiert bereits sein Jahresergebnis. Der Umsatz wird mit plus 8% auf 2,95 Milliarden Euro prognostiziert. Folgen soll ein leichter EBITDA-Rückgang auf 470 Mio. Euro, der beim EBIT (217 Mio.) durch geringere Abschreibungen bereits wieder aufgefangen sein soll. Unterm Strich liegt die Erwartungshaltung dann wieder bei plus 8% auf 205 Mio. Euro.

Auf internationaler Ebene ist aus Peergroup-Sicht ThyssenKrupp das wohl interessanteste Ergebnis. Dass der skandalgeschüttelte voestalpine-Konkurrent dabei nicht reüssieren wird, scheint klar.

die Chartwatch VI zu den Aussichten der ATX-Mitgledier im Dezember finden Sie unter http://bit.ly/Re3r56

Weiter zu den Terminen der Woche Montag, 10. Dezember Konjunktur Europa Deutschland Handelsbilanz Okt. Finnland Ind.Produktion Okt. Frankreich BOF Geschäftsstimmung Nov. Frankreich Ind.Produktion Okt. Dänemark Leistungsbilanz Dänemark VPI Nov. Tschechien Arbeitslosenquote Nov. Tschechien Ind.Produktion Okt. Tschechien VPI Nov. Österreich WIFO-BIP-Prognose Q3 Rumänien Handelsbilanz Okt. Italien Ind.Produktion Okt. Italien BIP Q3* Griechenland Ind-Produktion Okt. Griechenland VPI Nov. Konjunktur Sonstige China Handelsbilanz Nov Japan BIP Q3* Japan Leistungsbilanz Okt. Japan Verbrauchervertrauen Nov. Dienstag, 11. Dezember Unternehmen Europa ThyssenKrupp, Ashtead Group, Inditex Unternehmen USA Dollar General Konjunktur Europa Rumänien Ind.Produktion Okt. Ungarn VPI Nov. Deutschland ZEW-Index Dez. Eurozone ZEW-Index Dez. Deutschland VPI Nov.* Frankreich VPI Nov. Frankreich Leistungsbilanz Okt. Konjunktur USA Handelsbilanz Okt. Konjunktur Sonstige Japan Geldmengenentwicklung Nov. Mittwoch, 12. Dezember Unternehmen Österreich Bene Q3 Unternehmen USA Joy Global, Costco Wohlesale Konjunktur Europa Niederlande Handelsbilanz Okt. Grossbritannien Arbeitslosenquote Polen VPI Nov. Euroraum Ind.Produktion Okt. Konjunktur USA MBA Hypothekenanträge per 7. Dez. Zinsentscheid der Fed Haushaltssaldo Nov. Konjunktur Sonstige Japan Maschinenbauaufträge Okt. Donnerstag, 13. Dezember Unternehmen Österreich EVN Q4 Burgenland Holding Q4 Flughafen Wien Verkehrserg. Nov. Unternehmen Europa Aurubis Unternehmen USA Adobe Systems Konjunktur Europa Spanien VPI Nov.* Italien VPI Nov.* Griechenland Arbeitslosenquote Q3 Konjunktur USA EH-Umsatz Nov. Erzeugerpreisindex Nov. Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe Lagerbestände Okt. Freitag, 14. Dezember Unternehmen Österreich Wolford Q2 Konjunktur Europa EU-27 KfZ-Erstzulassungen Nov. Finnland VPI Okt. Ungarn Ind.Produktion Okt.* Spanien Hauspreise Q3 Deutschland PMI Verarb. Gew. Dez. Deutschland PMI Dienstl. Dez. Eurozone PMI Verarb. Gew. Dez. Eurozone PMI Dienstl. Dez. Österreich VPI Nov. Eurozone VPI Nov. Konjunktur USA VPI Nov. Markit PMI Dez. Industrieproduktion Nov. Kapazitätsauslastung Nov. Konjunktur Sonstige China HSBC Flash PMI Verarb. Dez. Japan Tankan-Bericht Q4 Japan Ind.Produktion Okt.* Japan Kapazitätsauslastung Okt.* *Folgeschätzung, Quelle: Wr. Börse, BE, Bloomberg
 
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Outperformance
Zukunft ATX2016-03-07 14:24:18
27 Postings

seit 2016-02-18

Der ATX notiert aktuell mit 2200 Punkten ungefähr am selben Niveau wie in den Jahren 2004/2005. Die Performance ist vielleicht für eine kommunistische Börse positiv, ansonsten aber leider doch ziemlich miserabel. Dazu kommt auch noch die Tatsache, dass es seit Jahren so gut wie keine Börsengänge gegeben hat. Im Unterschied dazu konnten der DAX, SMI, Dow Jones etc. seit der Finanzkrise teils erheblich zulegen und jeweils neue Allzeithochs erreichen. Der ATX hingegen ist von seinem Allzeithoch von 5000 Punkten im Jahr 2007 noch immer 127 % entfernt. Hat der österreichische Kapitalmarkt für die Anleger noch Zukunft?

Austrian Traded Index

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lfd. Jahr
-7,93%
1 Jahr
-13,40%
3 Jahre
-12,05%
5 Jahre
-22,11%

big_mac
9645 Postings
seit 2008-08-03
> Zukunft ATX2016-03-07 14:32:40


1. ist Wien eine kommunistische Börse.
2. hat Wien von ca. 2003-2007 von der Ostphantasie gelebt, so wie davor um 1989-1991 auch schon. Dazwischen war Friedhof.
3. Der Normalzustand der Wiener Börse ist Friedhofsruhe, den Boom der 90-er hat sie auch verschlafen. Alle 15-20 Jahre wird sie dann von internationalen Investoren entdeckt, Boom, Crash, Friedhof, usw.

Outperformance
27 Postings
seit 2016-02-18
>> Zukunft ATX2016-03-07 14:39:25


dank

Outperformance
27 Postings
seit 2016-02-18
>> Zukunft ATX2016-03-07 14:40:54


danke, sehr aufschlussreich! Wohin der ATX dann im Fall irgendeiner neuen Krise fällt, will ich aber nicht wissen!

big_mac
9645 Postings
seit 2008-08-03
>>> Zukunft ATX2016-03-07 17:46:50


Nach 9/11 ist er kaum gefallen, und das auch erst mit großer Verzögerung.

Martinuzzi
1685 Postings
seit 2008-09-08
> Zukunft ATX2016-03-07 14:39:29


Dass der ATX katastophal performt liegt auf der Hand, natürlich muss man auch die Gründe dafür anschauen:

die 4 Schwergewichte Erste, OMV, Andritz und voest machen gemeinsam über 50% vom ATX aus, bis auf Andritz ist die Performance speziell vom Allzeithoch gemessen doch sehr bescheiden.

Auch Raiffeisen, Telekom, ehemalig Schwergewichte sind stark eingebrochen.

Insgesamt alles sehr volatile und Krisenanfällige Titel v.a. Banken und Industrie.

Es gibt dabei einfach keinen "Fels in der Brandung" wie es v.a. beim SMI eine Roche, Nestle und Novartis sind. Auch die haben extremes Gewicht, sind aber deutlich kursstabiler.

ATX ist kein Performanceindex, sprich Dividenden "senken" den Indexstand.

Die Ostphantasie und die staatlich geförderte PV trugen ebenso zur Übertreibung am Hoch bei.

und nicht zu vergessen die Politik tut ebenso ihr bestes, den Kapitalmarkt schlecht zu reden wo es nur geht..




Wuffifass
1040 Postings
seit 2012-07-21
>> Zukunft ATX2016-03-07 18:45:43


Die Genossen waren sehr erfolgreich darin potentielle Käufer als Spekulanten zu verunglimpfen.

Sie haben auch zB österreichischen Unternehmen, die die Unternehmen im ATX besser kennen den etwaigen Kauf dieser Aktien (in einem Mischfonds) verboten indem sie nur mehr Wohnbauanleihen für den Gewinnfreibetrag akzeptieren.

Gleichzeitig stellt sich die Wiener rotgrün Regierung schamlos vor die Presse und verkündet das Ende einer erfolgreichen CHF Kreditfinanzierung.

Und niemand regt sich auf.

Friedhof trifft es ganz gut, aber die bei Tradegate sind trotzdem ganz happy mit dem ATX glaube ich, ein sicheres Pferd wenn es abwärts geht.

Outperformance
27 Postings
seit 2016-02-18
>>> Zukunft ATX2016-03-08 17:09:07


Vergleichsweise erfolgreich an der Wiener Börse ist hingegen der "ATX Consumer Products & Services Index" (AT0000A0QWU8). Allerdings zählen die Indexwerte auch nicht unbedingt zu den internationalen Börsenschwergewichten... Glaubt ihr, dass der ATX in abehbarer Zeit noch die 3000 Punkte-Marke erreicht?

big_mac
9645 Postings
seit 2008-08-03
>>>> Zukunft ATX2016-03-08 20:43:09


Internationale Börsenschwergewichte gibt es in Österreich nicht.
Mitglieder im Stoxx50 oder Eurostoxx50 ? Fehlanzeige - eine Folge des jahrzehntelangen faktischen Kommunismus.

noua
33 Postings
seit 2014-01-18
>>>>> Zukunft ATX2016-03-09 12:04:05


sülz nicht rum

fahr vor

Anthean
11260 Postings
seit 2007-08-24
>>>>> Zukunft ATX2016-03-09 20:43:24


Liegt vlt auch an der Größe des Landes. OMV ist immerhin eine miteleuropäische Größe, Andritz soweit ich weiß auch ganz angesehen. Wienerberger weltweit führend in der Ziegelproduktion.
Ganz so schlecht simma auch nicht im "kommunistischen" Österreich ;)

big_mac
9645 Postings
seit 2008-08-03
>>>>>> Zukunft ATX2016-03-09 23:02:09


Die Schweiz ist nicht größer, und Holland ist nicht viel größer. Beide haben Schwergewichte.
Doch, es ist der Kommunismus.

Anthean
11260 Postings
seit 2007-08-24
>>>>>>> Zukunft ATX2016-03-10 18:37:12


Die Schweiz ist seit immer schon Finanzplatz, hat eine Weltwährung.

Holland ist seit immer eine Handelsnation.

big_mac
9645 Postings
seit 2008-08-03
>>>>>>>> Zukunft ATX2016-03-10 18:51:52


und was hat Österreich an beidem gehindert ?
Ausser dem großkoalitionären Kommunismus, natürlich.



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