Der
Verbund baut im Rahmen des geplanten Ausstiegs aus seiner Türkei-Beteiligung die Position als einer der bedeutendsten Stromerzeuger aus Wasserkraft in Europa weiter aus. Das Unternehmen übernimmt von der deutschen E.ON über bayrische Gesellschaften Anteile an acht Wasserkraftwerken an Inn und Donau und erhöht damit die durchschnittliche Jahreserzeugung um rund 2 Mrd. Kilowattstunden (kWh). Dies entspricht dem Jahresstromverbrauch von rund 600.000 Haushalten. Mit diesem Anteilserwerb stehen diese acht Kraftwerke nun zur Gänze im Eigentum des Verbund. Gleichzeitig erhält der Konzern rund 200 Mio. kWh Erzeugung aus der Kraftwerksgruppe Zemm-Ziller zurück, ein Bezugsrecht, das 2009 an E.ON ging.
Im Gegenzug erwirbt E.ON, einer der weltweit größten Energieversorger, den 50 % Anteil des Verbund an der türkischen EnerjiSA. Die Verträge wurden heute Abend unterschrieben, das Closing der Transaktion wird für das erste Quartal 2013 erwartet.
CEO
Wolfgang Anzengruber: „Wir wollen uns auf Wasserkraft, Mehrheitsbeteiligungen und die Märkte Österreich und Deutschland konzentrieren. Daher ergreifen wir die Chance, unsere Wasserkrafterzeugung in Deutschland auszubauen sowie mehr Kontrolle in bestehenden Beteiligungen zu haben. Diese Transaktion stärkt unsere Position als einer der führenden Wasserkrafterzeuger Europas: wir steigern damit unter anderem unsere Stromerzeugung aus Laufwasserkraftwerken um 9 % und verbessern unser Risikoprofil. Zusätzlich eröffnet sie uns auch weiteren Handlungsspielraum für strategische Opportunitäten.“
An den erworbenen Laufwasserkraftwerken war der Verbund schon bisher direkt oder indirekt beteiligt und hielt Strombezugsrechte. Die Kraftwerke werden nach der Transaktion zu 100 % im Eigentum der Österreicher stehen, die insgesamt durchschnittlich 3,9 Mrd. kWh Strom aus Wasserkraft im Jahr erzeugen.
Mit dem Verkauf der Anteile am türkischen Joint Venture EnerjiSA realisiert der Verbund, laut eigenen Angaben, einen deutlichen Wertzuwachs aus dem Engagement in der Türkei.
Das Closing der Transaktion ist für das Quartal 1/2013 geplant und bedarf unter anderem noch kartellrechtlicher und sonstiger regulatorischer Freigaben.