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03.12.2012 15:09
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Die US-Wirtschaft ist keine Geisel Chinas

John Carey von Pioneer Investments sieht die USA im Aufwind und die fiskalische Klippe überbewertet
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„Die US-amerikanische Wirtschaft ist stärker und unabhängiger als viele Investoren derzeit vermuten“, lautet eine der Hauptthesen von John A.Carey, Executive Vice President bei Pioneer Investment Management in Boston. Er und seine österreichischen Kollegen luden zum Jahresausklang zu einem Pressetermin, um über die vergangenen Monate und - viel wichtiger - die Perspektiven der US-Wirtschaft in den kommenden Jahren zu sprechen. Er ging dabei insbesondere auf das derzeitige makroökonomische Umfeld ein und nahm etwa zu Obamas Wiederwahl, der europäischen Schuldenkrise sowie zum aktuell wichtigsten Thema, der Fiskalklippe, Stellung.

„Die Fiskalklippe wird meiner Meinung nach in den Medien überdramatisiert”, gab der Fondsmanager Carey zunächst bekannt. Sie sei der Grund, weshalb viele Anleger derzeit unsicher und ängstlich agieren würden. In der Tat bedroht der “fiscal cliff”, auf den sich die USA zubewegt, zwar nicht grundsätzlich den Haushalt, sicherlich jedoch die US-Wirtschaft. Denn die Mehreinnahmen in Höhe von rund 600 Milliarden US-Dollar würden der Wirtschaft fehlen und die grösste Volkswirtschaft der Welt in eine Rezession führen. Doch Carey beschwichtigt: „Die Fiskalklippe ist nebensächlich.Was zählt sind die Fundamentaldaten, und die sind durchaus positiv”. Anlegern rät er daher, sich nicht auf den fiskalischen Abgrund, sondern auf die Wirtschaft zu konzentrieren.

So spricht einiges für eine weitere Erholung der USA. Das Bruttoinlandsprodukt etwa weist ein kontinuerliches Wachstum von rund 2,5 Prozent auf. Die US-Wirtschaft scheint derzeit ganz und gar nicht in eine Rezession zu fallen. Im Gegenteil: Auch für die kommenden Jahre erwartet Carey eine ähnliche Steigerung der Wertschöpfung und insgesamt eine Stabilisierung der Wirtschaft.

Stabil ist laut Carey auch die Inflation. Mit 2,2 Prozent liegt sie sogar unter jener der Eurozone. Carey begründet dies unter anderem mit der wachsenden Energieunabhängigkeit der USA. Da die Energiepreise immer schon ein wesentlicher Treiber der Teuerung waren, dämmt die zunehmende Förderung von Öl und Gas in den Staaten die Inflation ein. Der Schritt in Richtung der Energieunabhängigkeit sei auch darüber hinaus sehr positiv zu werten. Die USA könnten seinen Angaben zufolge in einigen Jahren sogar zum Netto-Exporteur werden. Dies würde die Wirtschaft vor den drohenden Unsicherheiten im Mittleren Osten abschirmen und die Industrie nachhaltig stützen.

Auch das makroökonomische Umfeld sieht der Fondsmanager von Pioneer Investments nicht so pessimistisch wie so manche Anleger. „Viele sehen in der langsamer wachsenden Wirtschaft Chinas ein Problem. Ich sehe das nicht so”, erklärt der Harvard-Absolvent Carey.

„Die US-Wirtschaft ist keine Geisel der chinesischen Wirtschaft”, lautet etwa ein starker Spruch Careys zur gegenseitigen Abhängigkeit der Wirtschaftsmächte. Die chinesische Wirtschaft ist exportbasiert und fusst auf starker Auslandsnachfrage. „China ist daher mindestens genauso abhängig von den USA wie umgekehrt”. Darüber hinaus wächst die chinesische Wirtschaft mit 7,5 Prozent auf Jahresbasis immer noch mit rasantem Tempo.

Auch in der europäischen Schuldenkrise sieht der erfahrene Fondsmanager keine Gefahr für den US-Markt. Eine Rezession in Europa wäre für die USA zwar nicht erfreulich, aber nicht ausreichend, um auch dort eine auszulösen. Der Eurozone sagt er unterdessen eine moderate Rezession im kommenden Jahr voraus. Insbesondere Deutschland werde durch den Einfluss der schwächeren Länder Schwierigkeiten bekommen.

Im Gegensatz zur Eurozone zeigen die US-Indikatoren klar nach oben. Carey führt dabei Häuserstatistiken an, etwa die Häuserpreise oder die Anzahl der Neubauten, und verweist auf deutliche Aufwärtstrends. Ein ähnliches Signal geht auch von der Automobilindustrie aus. Die Autoverkäufe nähern sich etwa wieder dem Allzeithoch. „Das sind starke Erholungssignale, die auf nachhaltiges Wachstum hinweisen“. Auch das Konsumentenklima und die Arbeitslosigkeit haben sich verbessert. In Kombination mit dem schwächeren US-Dollar sind die Aussichten für Carey also durchaus rosig.

Mit einem KGV von zwölf sind die US-Aktien derzeit auch noch relativ günstig zu haben. Für Carey sind die USA angesichts der positiven Fundamentaldaten jedenfalls ein heisser Tipp.
 
STG
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