In der abgelaufenen Handelswoche gab es wieder News seitens heimischer Börsenotierter: Zahlen, die nicht den Erwartungen entsprachen, oder gar positiv überraschten. Im aktuellen Equity Weekly gibt es dazu die Einschätzungen der
Erste Group-Analysten.
Ad Uniqa heisst es: "Die Uniqa verdient aktuell mehr als ihre Kapitalkosten betragen. Das höhere Eigenkapital wirkt sich ebenfalls positiv auf unser Bewertungsmodell aus. Wir erhöhen unser Kursziel auf 10,2 Euro und erhöhen damit auch unsere Empfehlung auf Akkumulieren (von Reduzieren). Das größte Risiko, das wir derzeit sehen, ist eine Verwässerung des ROEs."
Zum Uniqa-Konkurrenten VIG meinen die Analysten: 'Das Momentum für Versicherungsunternehmen ist weiterhin positiv, was sicherlich auch auf die geplante Verschiebung von Solvency 2 auf 2015 bzw. 2016 zurückzuführen ist. Wir erhöhen unser Kursziel auf 42 Euro (von 38) und bestätigen unsere Kaufempfehlung. Die Aktie der
Vienna Insurance Group notiert noch immer unter Buchwert, was angesichts der Wachstumsperspektiven, der starken Bilanz und dem ROE von nur knapp unter 10% zu wenig erscheint."
Die Raiffeisen-Zahlen werden folgend kommentiert: "Die Gewinnerwartungen werden momentan vom Zinsergebnis, den Risikovorsorgen und den operativen Kosten bestimmt. Um den negativen Margentrend umzukehren, plant das Management die Zinssätze bei Einlagen (v.a. bei den überbezahlten Einlagen der Polbank) und Krediten anzupassen und den Liquiditätspuffer nach und nach zurückzufahren, was schon in den nächsten Quartalen Früchte zeigen sollte. In Russland will man den Schwerpunkt auf höhermargige Privatkredite, Autofinanzierung und Kreditkarten legen. Die operativen Kosten sollen in Polen (6.471 Mitarbeiter) nach der Fusions-Genehmigung durch den Regulator durch Personalabbau reduziert werden, in Österreich (2.669 Mitarbeiter) reicht die natürliche Fluktuation. Unsere bisherige Gewinn-Schätzung von knapp unter EUR 1 Mrd. für 2012 (vor Partizipationskapital-Kupon) wird bei einer Gewinngenerierung von EUR 140-180 Mio. p.q. erreichbar sein. Dennoch werden wir unser Modell (Einbeziehung der Polbank) und unser Kursziel überarbeiten. Eine Kapitalerhöhung auf RBI-Ebene erachten wir unter den aktuellen Marktgegebenheiten weiterhin als unwahrscheinlich, zumal die harte Kernkapitalquote von 10.2% einen kleinen Puffer für künftiges Kreditwachstum darstellt und der aktuelle Aktienkurs noch deutlich unter dem Buchwert von EUR 39,8 liegt."
Zu den AT&S-Zahlen meinen die Analysten: "Unsere Schätzungen haben wir im Rahmen der Hochstufung auf Kaufen bestätigt, denn diese basieren alleinig auf dem aktuellen Aufwärtspotenzial von >20%. Ein vor allem margenseitig starkes Ergebnis im 2H12/13 wird allerdings notwendig sein, um unsere Jahresschätzungen zu erreichen. Abgesehen von einem starken 2H12/13, sollte auch die Technologieentscheidung für das neue Werk in Chongqing und die damit verbundene Präsentation eines strategischen Partners eine positive Auswirkung auf das momentan negative Sentiment der Aktie gegenüber haben. Die aktuelle Dividendenrendite von 4-5% liegt auch deutlich über dem historischen Schnitt von 1,5-2%. Unser Kursziel beträgt unverändert EUR 9,5. "
Der Ausblick für
conwert: "Wichtig für conwert wäre, dass die Gesellschaft weiter erfolgreich Wohnimmobilien in Österreich verkauft und in Deutschland zu höheren Renditen wieder reinvestiert, um letztlich die erzielbaren Ergebnisse und Cashflows aus dem Portfolio zu erhöhen. Auch eine Lösung der ECO-Problemimmobilien wäre für den Aktienkurs förderlich."
Zu
Strabag: "Wir werden unsere Schätzungen in unserem nächsten Bericht voraussichtlich weiter senken. Die Baukonjunktur wird sich unserer Ansicht in der Mehrzahl der Märkte und Segmente weiterhin schwach entwickeln, und damit der in vielen Ländern herrschende intensive Preiskampf bei neuen Projekten und bei eigenen Baustoffen hoch bleiben. Sollten nicht positive Nachtragszahlungen im vierten Quartal anfallen, so könnte Strabag die EUR 200 Mio. EBIT Prognose heuer sogar deutlich verfehlen. Unterstützung findet die Aktie vorerst weiterhin durch das laufende Aktien-Rückkaufprogramm (9,5% der Aktien wurden aktuell bereits rückgekauft). Eine mögliche Verwendung als Akquisitionswährung oder auch ein Einziehen der eigenen Aktien könnte einen positiven Trigger für die Aktie darstellen. Wir bleiben voraussichtlich bei unserer Reduzieren Empfehlung."
Und letztlich zu
Wienerberger: "Die Kreditvergabe für Hauskäufe scheint sich langsam wieder etwas zu bessern. Wir erwarten eine zunehmende Beschleunigung der Wohnbauaktivität in Deutschland, Wienerbergers größtem Markt. Getrieben durch billige Hypothekenzinsen erholt sich der US-Häusermarkt derzeit rasant und dies wird sich unserer Ansicht auch 2013 fortsetzen. Trotz des zunächst noch schwierigen Umfeldes haben wir die Aktie aus diesen Gründen zu Wochenanfang von Halten auf Akkumulieren hochgestuft.