In einem uneinheitlichen europäischen Umfeld hat sich die
Wiener Börse am Freitag bei hohem Volumen mit etwas höheren Notierungen ins Wochenende verabschiedet. Der
ATX stieg 5,77 Punkte oder 0,25 Prozent auf 2301,99 Einheiten. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund 16 Punkte unter der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 2.318 Punkten. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr: Dow Jones/New York -0,23 Prozent,
DAX/Frankfurt +0,06 Prozent, FTSE/London -0,05 Prozent und CAC-40/Paris -0,32 Prozent.
Auch zum Wochenausklang blieben der US-Haushaltsstreit und Griechenland die marktbeherrschenden Themen. Am Vormittag hat die breite Mehrheit im Deutschen Bundestag der Ausweitung des Rettungspakets für Griechenland zugestimmt. Im Budgetstreit zur Vermeidung der Fiskalklippe gab es indessen keine nennenswerten Fortschritte. An den Märkten sorgte dies für Zurückhaltung, hieß es aus Händlerkreisen.
Ans Ende der Kurstafel sackten
Telekom Austria ab, die Aktien büßten 4,91 Prozent auf 5,00 Euro ein. Gesucht waren indessen Immo-Werte. So setzten sich
conwert mit plus 2,87 Prozent an die Spitze des prime market.
CA Immo zogen um 2,74 Prozent an und
Immofinanz gewannen 1,47 Prozent auf 3,11 Euro.
Auch
OMV legten bis Handelsschluss 0,42 Prozent auf 27,48 Euro zu. Der Öl-und Gaskonzern hat seine 28 Tankstellen in Bosnien-Herzegowina an die serbische Gazprom-Tochter NIS verkauft. Damit ist die OMV in dem Balkanstaat nicht mehr vertreten.
Kursgewinne gab es zudem in
voestalpine (plus 0,51 Prozent auf 24,83 Euro). Der Stahlkonzern erhält ein Darlehen der Europäischen Investitionsbank (EIB) in Höhe von 250 Mio. Euro.
Dagegen notierten
Andritz um 1,46 Prozent schwächer bei 49,00 Euro. Die Analysten der HSBC haben ihr Votum für die Titel des Anlagenbauers von „neutral“ auf „underweight“ reduziert, das Kursziel wurde hingegen leicht von 43 Euro auf 44 Euro angehoben.
Keine klare Linie fanden indessen Versicherungswerte. Während Vienna Insurance um 0,83 Prozent anzogen, gaben
UNIQA 0,80 Prozent ab. Die UNIQA-Gruppe übernimmt 14 Fachmarkt- und Einkaufszentren mit insgesamt 70.341 m2 vermietbarer Fläche von der Raiffeisen-Holding NÖ Wien.
Nach Zahlen sackten
Strabag um 2,71 Prozent auf 20,28 Euro ans Ende der Kurstafel ab. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres drehte das Periodenergebnis des Baukonzerns von plus 145,11 Mio. im Vorjahr auf minus 42,22 Mio. Euro. Nach Meinung der
Erste Group-Analysten fielen die Zahlen schwächer als erwartet aus.
RHI ermäßigten sich um 0,09 Prozent auf 22,98 Euro. Der Feuerfestprodukte-Herstellert arbeitet intensiv an einer Verbesserung seiner Gewinnspannen. Mittelfristig soll die EBIT-Marge dauerhaft über 12 Prozent liegen, so RHI-Chef
Franz Struzl. Der millionenschwere Werksbau in Brasilien wurde dagegen aufgrund massiv angehobenen Importzölle für Rohstoffe zunächst einmal ad acta gelegt.