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29.11.2012 14:52
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Marktmanipulation oder Was dürfen eigentlich Market Maker

von Susanne Leiter
 

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Wenn das Schule macht, kann die Wiener Börse zusperren.“ Die Aufregung von Meinl Bank-Vorstand Peter Weinzierl über ein – noch nicht rechtskräftiges – Urteil des Handelsgerichtes Wien war gross. Verständlich: Schliesslich wird einem Anleger Recht gegeben, die Meinl Bank muss ihn mit rund 22.500 Euro entschädigen.

Anlegerklagen hat es in der Vergangenheit mehrere gegeben, auch die bisherige Begründung für Anlegerentschädigungen – Irreführende Informationen in den Verkaufs“prospekten“, Stichwort: Sparschwein – ist hinlänglich bekannt. Auch in diesem Urteil ging der Richter darauf ein. Trotzdem ist dieses erstinstanzliche Urteil interessant, wirft es doch einen zweiten, völlig neuen Aspekt auf: In ihrer Rolle als Market Maker für die damals noch Meinl European Land kam es zu marktmanipulativen Handlungen durch die Meinl Bank, schreibt Richter Heinz Ludwig Majer in seinem Urteil. Das Gericht ist der Meinung, dass der betreffende Anleger im Zeitraum zwischen Mai und Juli 2007 keine MEL-Zertifikate gekauft und noch nachgekauft hätte, wäre der Kurs nicht bereits manipuliert worden. Auch aus diesem Grund ist die Meinl Bank schadenersatzpflichtig. Der betroffene Anleger hat seine MEL-Aktien in Folge der ersten Unsicherheit des Zertifikats Ende Mai verkauft, anschließend aber, als sich der Kurs scheinbar wieder stabilisierte, wieder nachgekauft (siehe Chart). Sollte sich diese Meinung in den Instanzen halten, so kann auf die Meinl Bank noch einiges zukommen. Es wird wohl noch einige andere Anleger geben, die in dem betreffenden Zeitraum MEL-Zertifikate gekauft haben, im Glauben, dass der Aktienkurs stabil nach oben geht.

Zur Erinnerung: Vor dem Einbruch des Zertifikats Mitte Juli 2007 hatten „massive Rückkäufe eigener MEL-Zertifikate ab Mai bis zum 27. Juli 2007 positive Auswirkungen auf den Börsenkurs der MEL“, so das Urteil, das sich auf ein Gutachten von Andreas Freudenmann bezieht. Und weiter: „Ohne diese Transaktionen hätte sich der Kurs der MEL-Zertifikate bereits Ende Februar 2007 von rund 20 Euro auf 19 Euro zurückbewegt und hätte dann in der Zeit bis Anfang April 2007 (...) mehrere Kursrückgänge verzeichnet, um ab April bis Mai 2007 gleichmäßig zu fallen“.

Der Marketmakingvertrag zwischen MEL und der Meinl Bank sah vor, dass bis zu zehn Prozent, ab Mai 2005 sogar bis zu 29,9 Prozent (!) eigene Aktien rückgekauft werden können – Beschränkungen für Aktienrückkäufe gab es im übrigen deshalb nicht, da das nach Jersey-Recht (Firmensitz der MEL) möglich war.

Trotzdem: Für Freudenmann und auch für das Handelsgericht ging diese Vereinbarung weit über das hinaus, was „üblicherweise von einem Market-Maker erwartet wird“. Freudenmann präzisiert dann noch, dass die Wiener Börse keine expliziten Bestimmungen darüber hat, dass aber in der Praxis Market Maker nur eine passive Rolle einnehmen und daher nur kurzfristig eigene Positionen eingehen.

Die daher in weiterer Folge spannende Frage, die sich aus diesem Urteil ergibt, ist die der Rolle der Market Maker. Die Instanzen werden einzuschätzen haben, was denn „üblicherweise“ von einem Market Maker zu erwarten ist. Ob es nicht doch klare Regeln dazu gibt. Und falls „Nein“, ob es dann nicht dringend notwendig wäre, im Sinne der vielfach zitierten Transparenz, klare Regeln einzuführen, um die unbestritten wichtige Rolle eines Market Makers nicht ins schiefe Licht rücken zu lassen.
 

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