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12.11.2012 13:29
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It’s the inflation, stupid!

von Stefan Gutbrunner
 

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Mit einer Staatsschuldenquote von beinahe 75 Prozent des BIP, oder 230 Milliarden Euro, reiht sich Österreich nahtlos in die Riege westlicher Industrienationen ein. Denn auch andere Staaten, wie Deutschland, Frankreich oder Spanien häufen kontinuierlich Primärdefizite und ausufernde Staatsschulden an.

Durch wachsende Staatsverschuldung steigt auch die Zinsbelastung der Republik. Bereits jetzt zahlt Österreich jährlich über 8 Milliarden Euro an Kreditkosten. Das entspricht rund 2,7 Prozent der gesamten jährlichen Wirtschaftsleistung oder 13 Prozent der jährlichen Steuereinnahmen! Die Zinslast wirkt erdrückend: Die Kreditkosten werden auf Dauer einen immer grösseren Teil der Einnahmen beanspruchen, was die Aufnahme weiterer Schulden erforderlich macht. In den USA belaufen sich die öffentlichen Schulden mittlerweile auf 12,8 Billionen und in der EU auf über 12,5 Billionen Euro (gerundet - auf die ein oder andere Milliarde kommt es hier nicht mehr an).

Jetzt mal ganz im Ernst: Ein realistisches Konzept zum Abbau der weltweiten Schulden kann und wird es nie geben. Dazu mangelt es an der internationalen Koordination und dem Willen, die Wirtschaft durch einschneidende Massnahmen zu belasten. Auf einzelstaatlicher Ebene funktioniert so etwas durchaus, wie beispielsweise Estland und die Schweiz beweisen. Beide Länder befolgen die vermeintlich einfachste Regel staatlicher Haushaltspolitik: Nicht mehr ausgeben, als man einnimmt. Damit erwirtschaften sie seit Jahren einen erfreulichen Primärüberschuss, der zum Schuldenabbau beiträgt.

Auf internationaler Ebene kann es angesichts der erdrückenden Schuldenlast aber faktisch nur einen Ausweg geben, und der lautet Inflation. Eine leicht erhöhte Teuerungsrate ist wohl die einzige konsensuale Möglichkeit, die Schulden halbwegs einzugrenzen und für einen realen Schuldenabbau zu sorgen (nicht aber nominal, also rein von den Zahlen her). Denn wer nicht fähig ist einen Haushaltsüberschuss zu erzielen, der muss die Schulden eben auf andere Weise erträglicher machen.

"It's the inflation, stupid!" scheint aus derzeitiger Sicht die realistischste Variante zu sein, die Last der Schulden zu verringern. Es mangelt schlichtweg an international geplanten und entschlossenen Alternativen. Die Notenbanken scheinen das Motto indes bereits seit Jahren verinnerlicht zu haben: Mit der Politik des leichten Geldes schaffen sie zumindest die richtigen Voraussetzungen, um aus den Schulden herauszuwachsen.
 

 




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