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09.09.2012 07:07
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Weitere Kursrally fraglich

Urteil des deutschen Bundesverfassungsgerichts über den Euro-Rettungsschirm ESM und die Wahlen in den Niederlanden bergen Rückschlagspotenzial, meinen Experten

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Nach dem jüngsten Kursfeuerwerk an den Aktienmärkten blicken Aktien-Experten bestenfalls verhalten optimistisch auf die neue Woche. Wichtige Entscheidungen wie das Urteil des Bundesverfassungsgerichts über den Euro-Rettungsschirm ESM und die Wahlen in den Niederlanden bergen ihrer Einschätzung nach einiges Rückschlagspotenzial. Andererseits könnten die massenhaft vorhandene Liquidität und die gute charttechnische Verfassung die Aktienmärkte zu weiteren Gewinnen verhelfen.

Die Risikobereitschaft der Anleger sei nach den EZB-Aussagen sprunghaft gestiegen, heißt es bei der Landesbank Berlin (LBB). 'Ob die erneute Injektion der Notenbank allerdings eine neue nachhaltige Rallye hervorrufen kann, erscheint uns aufgrund des fragilen fundamentalen Umfelds fraglich.' In den Peripherieländern der Eurozone sei auch nach dem angekündigten Anleihen-Kaufprogramm zunächst kein Ende der Rezession in Sicht. Wichtige Industriestaaten seien auf Konsolidierungskurs und auch in den Schwellenländern fehle die Konjunkturdynamik. Zudem werfen bedeutsame Ereignisse ihre Schatten voraus. So erinnerte Helaba-Ökonomin Claudia Windt an das für Mittwoch angekündigte Urteil des Bundesverfassungsgerichts über die Zulässigkeit des ESM sowie des europäischen Fiskalpaktes. 'Zwar rechnet niemand mit einem grundsätzlichen Veto aus Karlsruhe', betonte die Expertin. 'Sehr wohl ist aber davon auszugehen, dass künftige Finanzhilfen für andere Euroländer mit Auflagen versehen werden.' Auch Investmentanalyst Berndt Fernow von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) meinte, 'eine Ablehnung mangels Grundgesetz-Konformität würde sehr überraschen'.

Ebenfalls am Mittwoch stehen der Vorschlag der EU-Kommission zu einer europäischen Bankenaufsicht und Parlamentswahlen in den Niederlanden im Blick. Dort zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den regierenden Rechtsliberalen und den Sozialdemokraten ab. 'Falls die Euroskeptiker dort vermehrt Zulauf bekommen sollten, wird die Luft für die Rettungseuropäer wieder dünner', befürchtet Helaba-Expertin Windt. Die Wahlergebnisse könnten daher auch das Treffen der Eurogruppe am Freitag überschatten. Sollte Spanien in naher Zukunft einen Antrag auf finanzielle Hilfen stellen, würde 'die Euphorie der Märkte einen kräftigen Dämpfer erhalten', erwartet Fernow. 'Denn die Mittel des ESM würden sogleich massiv beansprucht, und mit Zypern und Slowenien sitzen zwei weitere Patienten im Wartezimmer.' Auch von jenseits des Atlantiks könnten in der kommenden Woche Kursimpulse für die Aktienmärkte kommen. So steht am Donnerstagabend der Zinsentscheid der US-Notenbank Fed auf der Agenda. 'Die bisherigen Äußerungen von Ben Bernanke lassen darauf schließen, dass die Washingtoner Notenbanker eine dritte Stufe der Quantitativen Lockerung (QE3) zünden wollen', glaubt Fernow. Ob ein neues Anleihen-Kaufprogramm die Wirkung früherer Maßnahmen erreiche, bezweifle er allerdings, da die gut gelaufenen Börsen hier schon einiges vorweg genommen hätten.

Zudem macht der LBBW-Experte dunkle Wolken am Konjunkturhimmel aus. Die Weltwirtschaft habe die Talsohle noch nicht erreicht. Ernüchterung drohe bereits am Montag mit neuen Zahlen aus China zur Inflation und der Industrieproduktion. Helaba-Expertin Windt richtet den Blick derweil auch auf die USA. Sie rechnet am Freitag mit guten Umsatzzahlen aus dem Einzelhandel, wogegen die dann ebenfalls anstehenden Daten zur Industrieproduktion enttäuschen dürften.
 
(dpa-afx/red)
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