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20.07.2012 07:40
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Libor-Manipulation war seit 2008 bekannt

Aufsichtsbehörden, Zentralbanker und Politiker haben dieser Tatsache nur keine Beachtung beschenkt
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Als Barclays Plc in diesem Jahr eingestand, den Londoner Interbankensatz Libor manipuliert zu haben, war das Erstaunen gross. Zu Unrecht. Von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) angefangen bis hin zu Citigroup Inc. gab es schon seit Jahren Hinweise darauf, dass dies der Fall war - Aufsichtsbehörden, Zentralbanker und Politiker haben dieser Tatsache nur keine Beachtung beschenkt.

Bereits im Jahr 2008 wies die BIZ darauf hin, dass der Satz falsch angegeben wird. Einen Monat später kamen die Analysten von Citigroup zu genau dem gleichen Schluss. Im Mai des gleichen Jahres erklärte einer der eigenen Strategen von Barclays, dass die Zahlen, die von den Banken angegeben wurden “eine Lüge” seien.

Fünf Jahre nach Beginn der schlimmsten Finanzkrise seit der Weltwirtschaftskrise des letzten Jahrhunderts gibt es nach wie vor keine Aufsicht für den Interbankensatz. Der aktuelle Skandal zerstört das sowieso schon angegriffene Vertrauen in die Finanzmärkte nur weiter. Der Libor ist die Benchmark für Finanzprodukte weltweit mit einem Volumen von 500 Billionen Dollar - von fremdfinanzierten Derivaten bis hin zu Immobilienkrediten.

Mindestens ein Dutzend Banken werden derzeit von den Aufsichtsbehörden untersucht. Ihnen wird vorgeworfen, die Benchmark unter Umständen manipuliert zu haben. Zu den Instituten im Rampenlicht zählen unter anderem auch die Deutsche Bank AG, Royal Bank of Scotland Group Plc, UBS AG und Lloyds Banking Group Plc. Der Libor wird täglich durch eine Umfrage unter Londoner Banken festgesetzt. Die Umfrage führt Thomson Reuters Corp. im Auftrag des Bankenverbands British Bankers’ Association (BBA) durch. Bloomberg LP, die Muttergesellschaft von Bloomberg News, konkurriert mit Thomson Reuters beim Angebot von Finanz- und Rechtsinformationen und von Handelssystemen. Der Libor-Satz machte einen Satz nach oben, nachdem die BBA am 16. April 2008 ankündigte, dass sie Banken von der Umfrage ausschliessen werde, wenn diese fehlerhafte Zahlen berichten würden.

“Die Libor-Zahlen, die die Banken an die BBA weitergaben, waren eine Lüge”, sagte Tim Bond im Mai 2008, der damals Leiter Asset Allocation bei Barclays Capital war. “Das waren sie schon die ganze Zeit. Die BBA hat Untersuchungen angedroht und deswegen haben die Banken damit angefangen, die richtigen Zahlen zu berichten.” Getan wurde dies Bond zufolge, damit nicht der Eindruck erweckt würde, dass die Banken Probleme bei der Mittelbeschaffung hätten. (Bloomberg)
 

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Postings zu diesem Artikel

pennystock
641 Postings
seit 2003-02-10
> was nützen alle regeln?2012-07-21 11:59:43


wenn sie nicht eingehalten werden?

international das selbe ... und das seit jahrhunderten!

man schafft einen gold/silberstandard und hebt ihn auf - dann wenn er seinen zweck erfüllen sollte - die geldmenge im zaun zu halten

man schafft ein unabhängiges notenbanksystem und zwingt sie dann zur erfüllung politischer wünsche wenn sie die unabhängigkeit unter beweis stellen müsste - um die geldmenge im zaun zu halten

man erstellt konvergenzkriterien um unreife/marode staaten aussen vor zu lassen und ignoriert diese wenn es darauf ankommt - quantität vor qualität.

man bekennt sich zum markt um ihn dann ausser kraft zu setzen, wenn er seinen job erledigen will: faule banken pleite gehen zu lassen. aus angst vor den konsequenzen einer misswirtschaft. weil es uns nicht schmecken würde, weil die party so schön ist das sie nie enden darf.
stattdessen behauptet man "der markt funktioniert nicht"

man schafft finanzaufsichtsbehörden die entweder nichts sehen wenn es um den schutz von privatanlegern geht, oder in ruhe zusehen wenn es um "systemrelevante" banken geht.

AT(e)X
195 Postings
seit 2012-05-24
> appell an alle2012-07-21 14:11:43


liebe be gemeinde. es wäre schön, wenn alle das verbale kriegsbeil eingraben würden und einen schlussstrich ziehen würden. uns verbindet, dass wir be user, börseinteressiert und wahrscheinlich im geno- und phänotyp xy sind. ein paar frauen täten uns in der gemeinschaft gut...

die wortgewandten, rhetorisch ausgefeilten provozieren nicht mehr und die anderen warten nicht mehr, um ihre attacken zu reiten. wir sind eine gemeinschaft! in einem mikrokosmos mögen sich einige und manche nicht so sehr. respekt vor andersdenkenden ist eine tugend. niemand braucht das forum zu verlassen. größe hat, wer vergeben kann. ich nehme euch bei der ehre und bitte euch meinungen andersdenkender respektvoll zu diskutieren. errare humanum est-irren ist menschlich. wer frei von schuld ist, werfe den ersten stein. hoffentlich habe ich die richtige wortwahl getroffen und niemanden provoziert. jede meinung bereichert unsere kaufentscheidungen, die jeder für sich selbst treffen muss.

sollte ich jemanden beleidigt oder provoziert haben, so entschuldige ich mich in aller form. umgekehrt erwarte ich mir keine entschuldigung. waren auch nur kleinigkeiten.

fear and greed ist unter aktionären besonders ausgeprägt. ich lese auch gerne reiseberichte, essensmitteilungen etc. lasst uns ein bissl locker sein. liebe grüße



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