Der Leiter der europäischen Versicherungsaufsicht hat sich für die Einführung von neuen risikobezogenen Vorschriften bis Anfang 2014 ausgesprochen. Das sei notwendig, damit Allianz, Axa und andere europäische Versicherer deren Umsetzung planen könnten.
Das “sollte definitiv der Startpunkt für Solvency II sein,” sagte Gabriel Bernardino, der Vorsitzende der Europäischen Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung (Eiopa), in einem Interview in Frankfurt. “Versicherer und Aufsichtsbehörden müssen Sicherheit über das Regelwerk haben.”
Die Europäische Kommission hatte ursprünglich geplant, die Vorschriften von Solvency II (Solvabilität II) ab nächstem Jahr einzuführen. Verzögerungen bei der Genehmigung durch das Europäische Parlament machen eine Einführung vor 2014 weniger wahrscheinlich. Es werde Übergangsphasen in Bereichen wie langfristige Lebensversicherungsgarantien, Aktienrisiken und Hybridkapital geben, sagt Bernardino.
Solvency II sollte im nächsten Jahr eingeführt werden mit einer Übergangsphase von drei bis fünf Jahren, in der die Versicherungen gemäss den neuen Vorschriften berichten würden, jedoch die Aufsicht unter den alten Rahmenbedingungen stattfinden würde, sagte Jörg Schneider, Finanzvorstand beim weltgrössten Rückversicherer Munich Re, gegenüber der Financial Times Deutschland in dieser Woche.
Jegliche Entscheidung, die geplanten Vorschriften dahingehend anzupassen, dass Versicherer Rückstellungen für Positionen in Staatsanleihen aus europäischen Ländern wie Griechenland bilden müssen, sollte nicht umgehend getroffen werden und müsse für alle Finanzinstitute gelten, sagte Bernardino.
“Das würde nur mehr Instabilität schaffen, da Versicherungen wichtige Investoren in Staatsanleihen sind”, erläuterte Bernardino. “Solvency II spiegelt bereits die unterschiedlichen Ansichten zu Staatsanleiherisiken wider, da die Aktivabewertung vollständig auf Marktpreisen basiert. Das gibt es nicht bei den Bankenvorschriften.”
Pacific Investment Management Co., die den weltgrössten Anleihefonds verwaltet, hat in diesem Monat gefordert, dass Solvency II Staatsanleiherisiken besser widerspiegeln solle und schlug vor, dafür Anleiheratings zu verwenden. Die Abschreibungen bei griechischen Bonds “waren der letzte Beweis, dass die Null-Kapital-Vorschrift angepasst werden muss”, sagte Pimco, eine Tochtergesellschaft der Allianz, des grössten europäischen Versicherungskonzerns.
“Wir müssen diskutieren, wie wir Risikoaufschläge auf Staatsanleihen messen”, erläuterte Bernardino. “Wir wollen die Abhängigkeit von Ratings senken. Eine Alternative wäre es, mit Risikokonzentrationen bei Staatsanleihe-Positionen zu arbeiten.”
Um den Übergang zu erleichtern, erwägt die EU die Einführung von neuen Kapitalvorschriften für bestehende Lebensversicherungsverträge über einen Zeitraum von sieben Jahren nach einem Vorschlag des deutschen EU-Abgeordneten Burkhard Balz. “Wir müssen den Unternehmen Zeit geben, sich an die neuen Regeln anzupassen, und müssen aufsichtsrechtliche Störungen vermeiden”, erklärte Bernardino und verwies darauf, dass die Kunden langfristige Garantieprodukte wollen.
Die europäischen Pensionsfonds müssten auch unter eine vereinfachte Version von Solvency II gebracht werden, sagte Bernardino. “Wir müssen uns in Richtung einer risikobasierten Erfassung der Pensionsfondsrisiken bewegen, können aber nicht einfach Solvency II kopieren,” sagte er. “Veränderungen dürften innerhalb eines anderen Zeitrahmens erfolgen und die Verhältnismässigkeit wird ein fundamentaler Faktor sein, der zu berücksichtigen ist.”
Das hat er vielleicht eh schon gemacht. Aber Zehetners Einstellung zu Aktienrückkäufen ist doch bekannt, oder. Hat er in den Medien mehrmals gesagt, daß er genau nichts davon hält (Geldvernichtung oder so)
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