Der Kapitalismus ist an allem schuld, an Eurokrise, Schuldenkrise, Bankendesaster, Griechenlandmisere, so lautet das Credo und Gejammere der Linken und Linksgrünen. Dass man von Kapitalismus in der
EU schon lange nicht mehr reden kann und selbst gelenkte Marktwirtschaft noch eine freundliche Umschreibung für die stattfindende Planwirtschaft ist, wird gerne ausgeblendet.
Hier passt nun die Aussage des Nomura-Analysten Bob Janjuah, der in der „Presse“ zitiert wird: „Die
Anleihen- und Währungsmärkte werden so stark manipuliert, dass ich keine aussagekräftige Analyse mehr abliefern kann.“ Das trifft auch schon den Kern der Sache. Die Wahnsinnsbeträge für die Bankenrettung waren alles andere als „kapitalistisch“. Im Kapitalismus hätte man die
Banken pleite gehen lassen und nur Schadensbegrenzung betrieben, etwa in Form von Rettung der Sparguthaben etc., was weit weniger gekostet hätte. Zudem wäre auch dem Bankensektor endlich das widerfahren, was längst nötig wäre - eine radikale Schrumpfkur.
Mit dem Kauf nicht werthaltiger Anleihen von Eurostaaten „ist die
EZB zu einer Spielmacherin der Wettbewerbsverfälschung an den Märkten geworden“, geht der Berliner Finanzwissenschaftler Markus C. Kerber hart ins Gericht. In Island wurden die Banken nicht gerettet, mittlerweile wird Island von allen grossen
Rating-Agenturen wieder der „Investmentgrade“ zuerkannt.
Die ideologische bedingte Kapitalismuskritik geht also ins Leere. In der EU wird längst kein Kapitalismus mehr betrieben, sondern mit planwirtschaftlichen Methoden dahingewurstelt. Eurokritiker Prof. Hankel hat dies derart umschrieben, als er den
Euro auf dem Weg zum Transfer-Rubel oder zur D-Mark der DDR und die EU zu einer zweiten Sowjetunion verkommen sieht.