Erste-Group-Chefanalyst Friedrich Mostböck lobt das von der Regierung geschnürte Sparpaket als "ambitioniert" und ist überzeugt, dass es mithilft, dass
Österreich - wie von Fitch und Moody's - auch von der
Rating-Agentur Standard & Poor's
(S&P) wieder die Bestnote Triple-A bekommt. Das Paket sei "ausgewogen", enthalte "mehr als alle erwartet haben" und sei ein wichtiges Reformsignal, sagte Mostböck zur APA. Positiv sei auch, dass sich drei Viertel des Volumens auf Einsparungen beziehen und nur ein Viertel auf Einnahmen.
Die
Konsolidierung des Staatshaushalts gehe mit dem Paket "vom
Trend her in die richtige Richtung", egal ob dann 2016 wirklich schon ein Nulldefizit des Gesamtstaats erreicht wird oder noch ein Abgang von 0,5 oder unter 1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts
(BIP) bleibt.
Auch für das Maastricht-Ziel von 60 Prozent des BIP komme Österreich mit dem Sparprogramm "in eine relativ komfortable Situation". Mit der angepeilten Absenkung auf rund 71 Prozent im Jahr 2016 werde eine Größenordnung erreicht, "die auch bei S&P wieder ein 'AAA' ermöglichen sollte", so Mostböck. Der Entzug des Triple-A durch S&P habe sich im übrigen bei den
Zinsen, die für die Staatsschuld zu zahlen sind, gar nicht so negativ ausgewirkt. "Aber Fitch und Moody's haben mit ihrer Beibehaltung des 'AAA' ohnedies die richtigere Sicht für Österreich", meinte der Chefanalyst der
Erste Group einmal mehr.
Mit dem Sparpaket werde "Österreich nach wie vor als sehr deutlich sicheres Land in der
Euro-Zone wahrgenommen werden". Trotz des Downgrading durch S&P "spielt unser Land nach wie vor in der ersten Liga mit und liegt auch weiterhin mit
Deutschland und den Niederlanden im Korridor der 'AAA'-Länder", betont Mostböck. Andere Länder - nicht nur
Griechenland, sondern auch Japan, die
USA und Großbritannien - seien da "ganz weit weg". "Die Vereinigten Staaten liegen viel schlechter als Österreich, obwohl sie bei S&P auch nur ein 'AA' haben. Und Großbritannien dürfte eigentlich gar kein 'AAA' mehr haben", so der Finanzexperte.
(APA)