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08.02.2012 09:08
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Immofinanz-CEO: 'NAV-Konzept wird Gültigkeit verlieren'

Zehetner hält nichts von einer "Immoeast-Neu" und kündigt mittelfristig Projekt "Funktionswährung Euro" an, um die unbaren Volatilitäten aus der G&V zu eliminieren

CEO Eduard Zehetner
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Immofinanz-CEO Eduard Zehetner erwartet, dass das "NAV-Konzept" zur Beurteilung von Immobiliengesellschaften seine Gültigkeit verlieren wird. Es handle sich dabei um ein "Vorkrisenkonzept zur vereinfachten, kennzahlengesteuerten Beurteilung von Immobilienaktiengesellschaften, das momentan (oder nach der Krise) nicht mehr gültig ist. Ein neues hat sich allerdings auch noch nicht durchgesetzt. Ein mögliches könnte der Cashflow sein bzw. der Einnahmenstrom, den ein Aktionär erwarten kann. Diese zuverlässig aus Aussensicht zu prognostizieren, ist natürlich auch schwierig", schreibt Zehetner in seinem Unternehmensblog.

Dass das NAV-Konzept von vielen Investoren bezweifelt werde, liege darin, "dass diese die Bewertungen in Osteuropa bezweifeln, weil der zugehörige Investmentmarkt als zu wenig repräsentativ angesehen wird, bzw. sich diese Investoren vorstellen können, eine Immobilie in London, Paris, Frankfurt und eventuell auch in Wien zu besitzen, vor Moskau, Warschau, Prag, oder gar Budapest oder Bukarest zurückschrecken wie der sprichwörtliche Teufel vor dem Weihwasser. Dass sie dabei gleichzeitig übersehen, dass die Cash-Yields in Osteuropa oft doppelt so hoch (!) sind wie in Westeuropa, ist nur eine der Anomalitäten, welche die Märkte derzeit aufweisen".

Erst bei der jüngsten Roadshow von Börse Express und Aktienforum wies die Immofinanz darauf hin, dass die Anleger den Ostteil derzeit mit Null bewerten, der Westeuropa-Teil sei mit einem Abschlag von rund 20% versehen. Zehetner hält allerdings nichts von einer "Immoeast-Neu", wie er in Beantwortung einer Aktionärsfrage schreibt. "Ostteil abspalten: Das wäre natürlich technisch möglich, desgleichen zum Beispiel die Buwog oder andere Konzernteile. Synergien werden dadurch nicht erschlossen, sondern eher das Gegenteil. Andererseits haben Sie schon recht, gar nichts wert könnte so eine Immoeast-Neu-Aktie auch nicht sein! Aus betriebswirtschaftlichen und Kapitalmarktüberlegungen (kritische Größe, Zugang zum Kapitalmarkt etc.) halte ich nichts davon."

Was die Fremdwährungsvolatilität in der Gewinn- und Verlustrechnung anbelangt, so stehe das Projekt "Funktionelle Währung Euro" (sprich Umstellung der Ost-Buchhaltungen in Euro) auf der Agenda, allerdings erst in zwei Jahren. Zuvor müssen noch die Adama integriert und die rund 100 sogenannten "Leintuch"-Gesellschaften liquidiert werden, um (cashwirksame) Gemeinkosten zu sparen.

Die Risken aus den Anlegerverfahren gegen die Immofinanz und ihre Konzerngesellschaften beziffert Zehetner nach wie vor im "niedrigen zweistelligen Euromillionen-Bereich" - "und auch nur dann, wenn wir uns grossflächig vergleichen würden, was wir derzeit nicht vorhaben. In diesem Ausmass ist auch vorgesorgt. Keinesfalls realistisch sind dreistellige Millionenbeträge". (red)
 

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