Weiter nix. Das Tauziehen zwischen privaten Gläubigern und
Griechenland ist immer noch im Gange, womit auch das nächste Hilfspaket der Troika in den Seilen hängt. In den Verhandlungen hat die
Euro-Zone den Reformdruck am Wochenende trotzdem oder vielleicht auch gerade deshalb weiter erhöht. Der verkrustete
Arbeitsmarkt soll stärker geöffnet, der Mindestlohn gesenkt werden.
"Es steht auf Messers Schneide", sagte da Griechenlands Finanzminister Evangelos Venizelos. Wie wohl – immerhin hat der Chef der Euro-Gruppe, Luxemburgs Premier Jean-Claude Juncker, Athen nun auch ganz offen mit dem Ende der
EU-Hilfen gedroht. Sollte Griechenland die notwendigen Reformen nicht umsetzen, könne es nicht erwarten, "dass Solidaritätsleistungen von den anderen erbracht werden", zitiert die APA den "Der Spiegel". Dann müsse Athen schon in zwei Monaten
Insolvenz anmelden. Juncker wörtlich: "Wenn wir feststellen sollten, dass alles schiefgeht in Griechenland, dann würde es kein neues Programm geben, dann hiesse das, dass im März die Pleiteerklärung erfolgt." Da fragt man sich, warum die privaten
Gläubiger dann überhaupt dem freiwilligen Schuldenschnitt zustimmen sollen, wenn die CDS-Problematik dann doch wieder auftritt ...
Junckers Drohung wäre auch nichts für den scheidenden Deutsche-Bank-Chef
Josef Ackermann. Dieser warnte wieder einmal eindringlich vor einer Insolvenz Griechenlands und einem Auseinanderbrechen der Eurozone. In einem solchen Fall würde es zu kaum vorstellbaren Kollateralschäden kommen, sagte Ackermann. Er warnte insbesondere von einer Ansteckungsgefahr auf andere Länder und betonte: "Es geht nicht nur um Griechenland, sondern um Europa."
Um Europa geht es auch, wenn sich diese Woche die grossen europäischen Notenbanken zur Zinssitzung treffen.
Die BoE wird ziemlich sicher etwas machen, die
EZB liegt im Wartemodus – siehe auch
http://www.boerse-express.com/pages/1224... plus den weiteren Terminen der Woche.
Dabei kann man bei Mario Draghi nie wissen. Denn seit der Italiener vor drei Monaten an die Spitze EZB kletterte, werden aus dem Arsenal der Notenbank immer neue Waffen gekramt, von denen wir bis dahin gar nicht wussten, dass wir diese hatten – so wie Drei-Jahres-Tender.
Gleich beim Amtsantritt nahm Draghi die Zinserhöhungen seines Vorgängers
Jean-Claude Trichet zurück. Und um einen Bankenkollaps samt Kreditklemme zu verhindern, flutete Draghi die
Banken mit billigem Geld für die Rekordlaufzeit von drei Jahren.
Für Ende Februar ist ein zweites Dreijahresgeschäft geplant, bei dem sich die Banken in Europa gerüchtweise bis zu einer Billion Euro leihen wollen.
Allein die Erwartung dieser neuen Geldschwemme treibt derzeit die Märkte, auch wenn vieles schon sehr weit gelaufen ist, und eine Korrektur sogar gesund und notwendig wäre. Das Wann diese kommt, ist angesichts der bereits in wenigen Wochen eintrudelnden Milliarden aber ungewiss. Und Griechenland könnte jederzeit in die Suppe spucken.
Ab nun gibt es übrigens einen zweiten 'logischen' Favoriten in
Wien – die
Amag. Rund ein Drittel des oberösterreichischen Aluminiumkonzerns könnte demnächst verkauft werden. Finanzinvestor One Equity Partners (OEP), der über die
CP Group
Niederlande 34,5 Prozent hält, will aussteigen, berichtet die "OÖN". Laut Zeitung gelten die RLB OÖ und die B&C-Industrieholding als mögliche Interessenten. Die Bank hält derzeit einen Anteil von 11,5 Prozent, den sie nun aufstocken könnte. Damit wäre das Damoklesschwert Aktienüberhang endlich von der
Aktie gefallen. Denn dass OEP irgendwann aussteigen will, wissen wir seit dem Börsegang der Amag.
Und natürlich die
OMV als Favorit für Wien; wo ja nun endgültig klar ist, dass IPIC aufstocken könnte, da ja unser Wirtschaftsminister nicht zuständig ist … - warum man diese Information eine Woche geheim gehalten und dann doch veröffentlicht wurde, bleibt wohl das Geheimnis der Eingeweihten: Bin mir nur nicht sicher, warum da der eine oder andere in Versuchung geführt werden muss, sein/ihr geheimes Wissen zu nutzen …
Wie sieht's beim
ATX-Ranking aus? YTD liegt
Raiffeisen vor
Zumtobel und
Erste Group, die
Wienerberger überholt hat. Inklusive der fünftplatzierten
voestalpine haben wir bereits 5 Werte mit einer
Performance grösser 30 Prozent.
Die rote Laterne hat hingegen weiter
CA Immo inne, davor liegen ebenfalls weiter SBO und die
Telekom Austria. Sonst ist nun nur noch die
EVN -
conwert hat die Rückkehr in den schwarzen Bereich geschafft.