Im Jahr 2011 haben israelische und ausländische Risikokapitalgeber 2,14 Mrd. US-Dollar in israelische High-Tech-Unternehmen investiert. Für 2012 wird ein Rückgang prognostiziert, es dürften sich jedoch verstärkt Möglichkeiten zur Übernahme israelischer Start-Ups ergeben. Israels High-Tech-Industrie konnte mit dem guten Ergebnis von 2011 ihre Kapitalausstattung deutlich ausbauen und Kraft für die beschleunigte Entwicklung neuer Technologien schöpfen. Die 2,14 Mrd. US-Dollar lagen um 70 % über dem Wert von 2010, wie eine Studie des IVC Research Center ausweist. Die Zahl der High-Tech-Unternehmen, die Risikokapital aufnehmen konnten, erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 40 % auf 546. Dank des stark gestiegenen Gesamtvolumens nahm auch die Finanzierung je Firma im Durchschnitt um 21 % zu. Die Belebung der Wagnisinvestitionen 2011 ist wichtig für die anhaltende Innovationstätigkeit des israelischen High-Tech-Sektors, zumal die Wirtschaftskrise in der Start-Up-Szene knappe Kassen hinterlassen hatte.
Mit einem Plus von 117 % fiel die Zunahme der Risikoinvestitionen in den Internet-Sektor besonders stark aus. Dadurch wurde das Internet mit einem Anteil von 23% zum ersten Mal seit einem Jahrzehnt wieder zur wichtigsten Investitionsbranche für Risikokapitalgeber. An zweiter Stelle kam der Kommunikationssektor mit 20 % der Investitionen, gefolgt von der Softwarebranche mit 19 %.Allerdings werden die weltwirtschaftlichen Probleme 2012 am Risikokapitalmarkt kaum spurlos vorbeigehen. Falls es zu keiner deutlichen Verbesserung der Rahmenbedingungen kommt, droht die Kapitalaufnahme durch israelische High-Tech-Firmen im neuen Jahr um 30 % auf 1,5 Mrd. US-Dollar zurückgehen, so jedenfalls die Schätzung des IVC Research Center.
Der Anteil von Investitionen im späten Entwicklungsstadium nahm 2011 deutlich zu. Nach Einschätzung der israelischen Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG Somekh Chaikin, die an der Studie beteiligt war, wird ein grosser Teil der heute im späten Stadium stehenden Start-Ups 2012 und 2013 übernahmereif. Für diesen Zweck würden sie sich hauptsächlich an ausländische Unternehmen als Direktinvestoren wenden. Demgegenüber seien Aktienemissionen unter den heute herrschenden Bedingungen weniger praktikabel. Falls diese Einschätzung zutrifft, werden sich für international tätige Firmen zahlreiche Übernahmemöglichkeiten in Israel ergeben.