Bankaktien in Europa zählen seit Jahresbeginn zu den bestperformenden Branchen. Die halbe Billion
Euro, die von der
EZB für drei Jahre an die
Banken geflossen ist, erwies sich mit etwas Verzögerung als Stimmungsaufheller. Wie überhaupt seit ein paar Wochen die Welt wieder in wärmerem Licht erscheint (auch wenn das noch wenig mit konkreten Erfolgen zu tun hat, nicht zuletzt die Schuldenschnitt-Verhandlungen zu
Griechenland ziehen sich nach wie vor hin).
Während sich viele Marktbeobachter derzeit den Kopf zerbrechen, in welchem Ausmass die Banken wohl beim zweiten Drei-Jahres-Tender der EZB Ende Februar zugreifen, welche Auswirkungen das auf EZB
-Bilanz, Banken
-Refinanzierung und Nachfrage nach europäischen Staatsanleihen (vor allem jene der Peripherieländer) hat, geht das Bankenteam von JPMorgan einen Schritt weiter. Sie überlegen, was nach den langfristigen Tendern kommt, wie die Banken wieder zu einem „going concern stand alone“ Modus zurückgelangen.
Das wahrscheinlichste Szenario: So sich die Aktienmärkte weiter stabilisieren und die Bankaktien wieder näher an ihren (tangiblen) Buchwert herankommen, könnten etliche Institute überfallsartig eine
Kapitalerhöhung durchführen. Auch wenn etliche CEOs das heute verneinen, wäre ihnen ein derartiges Szenario wohl lieber als ein mehrjähriger Deleverage-Prozess. Sprich, das Verwässerungsrisiko bleibt, auch wenn es derzeit offiziell ganz anders aussieht.