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30.04.2012
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Kooperieren oder nicht kooperieren - und wenn Kooperation, wie geht man vor, um im Rahmen der Gesetze zu bleiben? Ronny Peciks Wunsch nach mehreren Vertretern im Telekom-Aufsichtsrat verspricht jedenfalls Spannung. Denn die Übernahmekommission nimmt es bei Aufsichtsratswahlen mit der Vermutung des gemeinsamen Vorgehens genau. Sprich, überzeugt Pecik mehrere Fonds bzw. Institutionelle, mit ihm für seine Leute (bzw. sich) im Aufsichtsrat zu stimmen, dürfen die 30% nicht überschritten werden, ansonst kommen Pecik & Co. in die Angebotspflicht - selbes gilt natürlich auch für die ÖIAG, die mit ihrem Anteil ebenfalls den 30% nahe ist und wohl kaum zu viel an Einfluss verlieren möchte.
Pecik soll es ja nun ohnehin auf eine „Art friedliche Koexistenz“ mit der ÖIAG anlegen, wie „Die Presse“ heute berichtet. So die ÖIAG das auch möchte, können sich die beiden Partner aber nicht so einfach auf „vier Aufsichtsräte für mich/vier für dich einigen“ und sich gegenseitig dabei unterstützen, sonst kämen sie - schwupps - gemeinsam in die Angebotspflicht. Alles was über einen Aufsichtsratsposten (der sogenannte Minderheitenvertreter, der aber keine Sonderstellung, Vetorechte haben darf) für Pecik hinausgeht und von der ÖIAG unterstützt würde - siehe oben. Die Umschreibung „Minderheitenvertreter ohne Sonderstellung“ passt aber nun wieder so gar nicht zu Peciks bisherigen Ansagen. Also anderswo Unterstützer sammeln und haarscharf an der 30%-Marke vorbeischrammen? Übernahmerechtlich interessant wäre wohl auch folgende (eigentlich auszuschliessende Konstellation): Pecik im Aufsichtsrat, der mit Stimmen von ÖIAG-Aufsichtsräten zum Präsidenten gewählt wird... Apropos Kopfnuss: Vor einer ziemlich grossen sitzt auch das Management der norwegischen Telenor (wird immer wieder als möglicher Abnehmer von Peciks Telekom-Austria-Aktien kolportiert) spätestens seit heute in Indien. Dort hat der Oberste Gerichtshof insgesamt 122 Telekom-Lizenzen widerrufen, weil es bei der Vergabe in der Regierung korrupt zugegangen sein soll... Jedenfalls sind sämtliche Telenor-Lizenzen betroffen. Die Norweger haben bislang rund 2 Mrd. Euro in Indien investiert und sich zu weiteren Einschüssen verpflichtet. Jetzt gibts zwei Möglichkeiten: Entweder Telenor zieht sich aus Indien zurück und kann das Investment grösstenteils in den Sand schreiben, oder die Firma bleibt vor Ort und investiert wieder viel Geld in neue Lizenzen. Dazu muss man auch wissen, dass es das Telenor-Management viel Zeit gekostet hat, das Vertrauen der Anleger wieder herzustellen. Denn 2008 ist die Aktie massiv eingebrochen, nachdem die Telenor-Führung die Dividende gekürzt hat, um im hyperkompetitiven Indien investieren zu können.... Vor diesem Hintergrund würden weitere mögliche Auslandsengagements der Norweger von den Aktionären wohl ziemlich genau unter die Lupe genommen werden...
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