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30.01.2012 15:31
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An der Zukunft des Stahls scheiden sich die Geister

Wolfgang Eder spricht von Aufschwung - Konkurrent Rühl von Abschwung. Plus Kapazitätsauslastung der Industrie, Charts ...

Wolfgang Eder
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Der Elan der ersten Handelswochen ist dahin - Stahlwerte müssen heute teils deutliche Rückschläge einstecken. Dabei ist die Meldungslage, wie so vieles derzeit, unklar: Denn während Wolfgang Eder davon berichtet, dass sich mit Jahreswechsel bei Stahl der Auftragseingang massiv verbessert hat - „ich gehe von einem Konjunkturaufschwung aus“ -, so der voestalpine-CEO, klingt das bei Gisbert Rühl beinahe umgekehrt: „In Europa gehen wir nur von einem kurzzeitigen Aufschwung aus, sagte Vorstandschef von Klöckner & Co. Und: „Wir richten uns darauf ein, dass die Stahlnachfrage in Europa in diesem Jahr um bis zu 5 Prozent sinkt, es kann aber noch schlimmer kommen.“ Bezüglich der weiteren konjunkturellen Aussichten äusserte er sich pessimistisch: „Unsere Befürchtungen haben sich bestätigt, dass wir in Europa in eine rezessive Phase hineinlaufen“. Konjunktursensitive Titel, wie aus der Stahlbranche, quittierten solche Meldungen mit Kursabgaben. Zeigt gerade ja auch ThyssenKrupp, dass es in der Branche noch andere Unsicherheiten gibt - etwa Überkapazitäten in der Edelstahlerzeugung. Darum versucht nun auch der deutsche voest-Konkurrent, sich seiner entsprechenden Aktivitäten zu entledigen, was Marktführer ArcelorMittal mit dessen Division längst machte (Börsegang) - bei Thyssen steht etwa die Fusion mit der finnischen Outakumpu auf dem Programm. Doch es gibt Hoffnung auf Besserung fü die Branche. Der britische Marktforscher MEPS etwa rechnet für heuer wieder mit einem Anziehen der Preise. MEPS verweist in einer aktuellen Studie auf die derzeit extrem geringen Vorräte bei den Stahlverarbeitern. Um die bestehenden Aufträge zu bedienen, werden diese in der ersten Jahreshälfte fast zwangsläufig wieder mehr ordern müssen. Ausserdem dürfte sich die europaweite Drosselung des Stahlproduktion nun stabilisierend auf die Preise auswirken, erwartet der Consulter.

1527 Millionen Tonnen - 2011 produzierte die weltweite Stahlindustrie soviel wie noch nie in ihrer Geschichte. Summa summarum gab es ein Plus von 6,8% gegenüber 2010. Trotzdem erreichte die Auslastung der Werke Ende 2011 nur noch 71,7% - der zahlreichen Neubauten (etwa in China) - sei Dank. Heuer dürfte es zwar nicht mehr ganz so gut werden, aber jedenfalls noch besser als 2010. Der Vorsitzende des deutschen Branchenverbandes, Hans Jürgen Kerkhoff, erklärte jüngst, die Rohstahlproduktion in Deutschland werde heuer auf voraussichtlich 44 Mio. Tonnen sinken, nach 45,5 Mio. im Vorjahr. In etwa passt das zu einer Meldung, die heute Klöckner & Co sinken liess: „Wir richten uns darauf ein ... - siehe Beginn. Das aktuelle Branchenthema ist aber die zunehmende Trennung der Stahlkocher von ihren Edelstahlaktivitäten. Jüngste Entwicklung: ThyssenKrupp und der finnische Konkurrent Outokumpu wollen den grössten Edelstahlkonzern Europas mit einem Umsatz von etwa 6,5 Mrd. Euro schmieden. Das Problem ist dabei vor allem der Bereich Flachprodukte mit seinen hohen Überkapazitäten, während die voestalpine-Tochter Böhler-Uddeholm vor allem im Bereich Langprodukte sowie Werkzeugstahl beheimatet ist. Das sind konjunkturresistentere Anwendungen, wo es auch bei weitem nicht derart grosse Überkapazitäten gibt. Die Überkapazitäten bei Flachprodukten führten etwa Outokumpu 2011 bereits das vierte Jahr en suite in die roten Zahlen - obwohl den Finnen innerhalb Europas Kostenvorteile (Strom) bescheinigt werden. Dass die voestalpine ihre langfristigen Abwärtstrend (seit 2007, in rot) demnächst bricht, scheint keiner der den Titel beobachtenden Analysten zu erwarten: Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 31,7 Euro, der höchste Einzelwert bei 35 Euro. Exakt dort verläuft der rote Abwärtstrend ...
 
gill
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