Die Deutsche Bank listet mit heute einen
ETF auf den
ATX an der Frankfurter
Börse. Der db x-trackers ATX ETF -
ISIN LU0659579063 - zieht als
Basiswert die Net Total Return-Variante des Wiener Leitindex heran. Die Berücksichtigung der Netto-Dividendenzahlungen spiegelt dabei die vollständige Wertentwicklung des ATX wider, während der
Index Dividenden an sich bei seiner Wertentwicklung unberücksichtigt lässt. Schade eigentlich, denn Ausschüttungen sind historisch betrachtet für einen erheblichen Teil des Wertzuwachses eines Aktieninvestments verantwortlich.
Wobei sich Austro
-Aktionäre heuer auf eine deutlich magere Ernte einstellen müssen, als etwa noch im Vorjahr. Damals erhöhten die
Unternehmen im ATX das Ausschüttungsvolumen noch um knapp 16 Prozent auf 2,11 Milliarden
Euro. Viel mehr als eine Milliarde wird es heuer vermutlich nicht werden - das hat mehrere Gründe: 2012 werden
Erste Group Bank und
Uniqa die Dividenden für das Vorjahr jedenfalls ausfallen lassen, bei der
Raiffeisen Bank Int. wird es zumindest zu einer deutlichen Reduzierung kommen; Dazu gesellen sich
Flughafen Wien (derzeit nicht mehr ATX) mit dem durch
Skylink erhöhten Abschreibungsbedarf sowie die
Telekom Austria mit den bekannten Problemen etwa in Weissrussland.
Lichtblicke sind in Sachen
Dividende dafür die Immobilienaktien, auch abseits des ATX:
CA Immo und
s Immo planen erstmals die
Ausschüttung einer Dividende, die
Immofinanz will ihre um 50 Prozent erhöhen. Die Immos fügen sich damit im Dividenden
-Rendite-Ranking auch gleich unter den Top-Werten ein (siehe Tabelle), die mit der Österr.
Post aber ein alter Bekannter auf diesem Platz anführt. Unterm Strich ist die Immofinanz für Aktionäre wahrscheinlich trotzdem das lukrativere Dividendeninvestment. Das, wenn die Ausschüttung wie zuletzt als Einlagenrückzahlung definiert ist, womit für Aktionäre in
Österreich, die natürliche
Personen sind, die KESt entfällt.
Gründe für Dividendenaktien nennen Anlagestrategen mehrere: Etwa dass Unternehmen, die ihre Anteilseigner grosszügig am
Gewinn beteiligen, in der Regel als besonders solide gelten und deshalb gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten bei Anlegern begehrt sind. Neben der regelmässigen Überweisung spricht noch etwas für solche
Aktien: Bei Dividendentiteln sind die Schwankungen in der Regel etwas geringer als etwa bei Wachstumsaktien. Ausserdem kommt die Ausschüttung als Puffer obendrauf. Vor allem in stürmischen Zeiten ist das gefragt - nachgerechnet wurde auch schon: In den zurückliegenden 140 Jahren betrug die Gesamtrendite an der Wall Street im Schnitt 8,8 Prozent pro Jahr. Ziemlich genau die Hälfte davon entfielen auf Ausschüttungen.
Auch in Wien haben die Top-Dividendenzahler bei der Gesamtrendite am Ende des Tages die Nase voran. Der ATX Top Dividend Net Total Return-Index etwa setzt sich aus den zehn Unternehmen mit der höchsten Dividendenrendite des ATX zusammen. Wie der Chart zeigt, zahlte sich so ein Investment für
Anleger bisher durchaus aus. Ein Partizipations
-Zertifikat (ISIN DE000HV5LHH1) auf den Index gibt es übrigens von UniCredit onemarkets.
(Bild durch Anklicken vergrössern)