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Von einem der auszog das Fürchten zu lernen - und es die anderen lehrteVon Christoph Rohrmoser
Wenn sich die öffentliche Hand oder staatsnahe Institutionen mit der Verwaltung ihres Vermögens befassen, wird die Steuerzahlern meistens das Gruseln gelehrt. So wie es der Gewerkschaft gelang, die Bawag gegen die Wand zu fahren, oder der Wirtschaftskammer ihre Pensionskassenangelegenheiten in ein Millionendesaster entglitten, so hat es auch die Gemeinde Wien verstanden, aus viel wenig zu machen:
Die Gemeinde Wien war einst de facto Eigentümerin einer stolzen Bank, der Z- Zentralsparkasse, die sie dann alsbald (1991) mit der maroden Länderbank fusionierte, wo sie dann unter 40% hielt. Dem Grössenwahn verfallen, begann man, an der grössten Bank in Österreich zu basteln, und unerschrocken fusionierte die inzwischen in Bank Austria umbenannte Z-Länderbank 1997 mit der Creditanstalt, an der die Anteilsverwaltung dann noch 27% hielt. Doch die Gemeinde gab noch immer keine Ruh und verkaufte die Bank Austria im Jahr 2000 an die Bayerische HypoVereinsbank (HVB), um nunmehr Aktionär einer deutschen Grossbank zu sein, auch wenn der Anteil von 5,4% nur mehr bescheiden war. Doch auch die Bayern meinten, schlau zu sein, und so wollte die HVB alsbald ein gar grosses Rad im globalen Immobilienspiel drehen und kaufte dazu dies und das, vor allem auch in Irland, was dann unter dem Namen „Hypo Real Estate“ (HRE) von der HVB abgespalten wurde, indem man jeden Aktionär der HVB 4:1 mit HRE-Aktien bedachte. Doch diese sind inzwischen wertlos, da HRE 2008 zum Fass ohne Boden für den deutschen Staat wurde. Aber auch die HVB war nicht gross genug und wurde alsbald von der Unicredit erworben, wofür die Gemeinde Wien einen verschwindenden Anteil an diesem „Global Player“ erhielt. So hatte sie dann letztlich nach vielem Hin- und Hergetausche ein kleines Fusselchen (0,44%) an einer globalen Bank erworben, die allerdings gar nicht so „schrecklich viel“ wert war, wie man einst gedacht hatte: Im Jahr 2001, als die Welt noch in Ordnung war, wurden die 5,4% an der HypoVereinsbank auf 1,7 Mrd. Euro geschätzt. Doch dieser Reichtum ist gar schnell zerfallen. Denn zum aktuellen Börsenkurs ist der Wert der Beteiligung an der Unicredit nur mehr um die 30 Millionen Euro, und wenn sie Pech hat, ergeht es der Gemeinde wie Hans im Glück, als ihm auch noch sein letzter Rest des einstigen Schatzes, der Schleifstein, in den Brunnen fiel. Ob sie dabei so guter Dinge bleibt wie er, oder ob sie das Fürchten gelernt hat, wird sich weisen. Das Fürchten gelehrt wurde aber wieder einmal die Steuerzahler, die gesehen haben, was passiert, wenn sich die öffentliche Hand privatwirtschaftlich zu betätigen versucht. Und die Moral von der Geschicht’: Verplempre dein Vermögen nicht! Fazit: Wieviel die seinerzeitige AVZ wirklich verloren hat, dazu müsste man noch wissen, was der Verkauf der HRE-Aktien einbrachte, falls man sie nicht bis zum bitteren Ende behalten hat, und was sonst noch bei den diversen Fusionen an Ausgleichszahlungen flossen, und wie viel bei der Kapitalerhöhung der Unicredit im letzen Jahr eingezahlt wurde. Ein guter Deal wird schlussendlich dennoch nicht herauskommen.
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